Wetterforschung mit Laser und Flugzeug

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Mit dem Experiment sollen die Warnsysteme für Gewitter und Windböen verbessert werden. (Foto: DWD)

Der Deutsche Wetter Dienst (DWD) erforscht am Meteorologischen Observatorium Lindenberg/Richard-Aßmann-Observatorium (MOL-RAO) im Rahmen eines Feldexperiments kleine und kurzlebige Wettereignisse wie Gewitter oder Windböen. Um diese Ereignisse genauer zu verstehen sowie die Wettervorhersagen und Warnungen für diese Phänomene zu verbessern, setzt der DWD mit Kooperationspartnern Laser und unbemannte Flugzeuge ein.

Am MOL-RAO im Landkreis Oder-Spree setzt der DWD fast ein Dutzend sogenannter Doppler-Lidar-Geräte ein. Diese können mittels eines Laserstrahls das Verhalten von Wind und turbulenten Strömungen vermessen. Für weitere Messungen und Überprüfung der Ergebnisse werden außerdem unbemannte Messflugzeuge in die Luft gebracht. Diese überprüfen die Messungen der Doppler-Lidar-Geräte durch direkte Messungen, um die optimale Messstrategie für einen dauerhaften Betrieb mit den Geräten festlegen zu können. Die Messflugzeuge können durch ihre Sensoren die unterschiedlichen Ausprägungen von Wind, Temperatur und Wasserdampfgehalt der Luft sehr genau erfassen. Dazu registrieren die Sensoren über hundert Mal in der Sekunde Messsignale.

Corona-Pandemie verhindert größeres Experiment

Die Flugzeuge können sowohl in einigen hundert Metern als auch in mehreren Kilometern Höhe eingesetzt werden. Die Messungen in mehreren Kilometern Höhe sind durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) genehmigt worden. Dies ist möglich, da der Flughafen BER noch nicht seinen Flugbetrieb aufgenommen hat und der Flugverkehr aufgrund der Corona-Krise reduziert ist. Hauptschwerpunkt bleiben jedoch die Messungen in den untersten 500 Meter der Atmosphäre.

Durch die Corona-Krise wurde jedoch ein größeres Experiment verhindert. Eigentlich sollte an dem Observatorium mit mehreren Partnern ein Messnetz aus mehr als 100 Bodenmessstationen und einem Wetterradargerät erstellt werden. Auch bei diesem Versuchsaufbau sollten diese kurzlebigen Wetterereignisse untersucht werden. Dieses größere Experiment wurde auf das kommende Jahr verschoben.

Als Kooperationspartner für das stattfindende Feldexperiment wirken das Karlsruhe-Institut für Technologie (KIT), das Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen mit.

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