Thüringen bekommt neues Naturschutzprojekt

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Gerade in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft sind grüne Randstrukturen wichtige Lebens- und Rückzugsräume für viele Arten. (Foto: domeckopol, pixabay.com)

Mit dem Projekt “VIA Natura 2000 ‒ Vernetzung für Insekten in der Agrarlandschaft zwischen Natura 2000-Gebieten in Thüringen” fördert das Bundesumweltministerium (BMU) die stärkere Vernetzung der Schutzgebiete. Dadurch sollen artenreiche Saumstrukturen in der Agrarlandschaft neu angelegt oder ökologisch aufgewertet werden. Das BMU finanziert das Projekt mit rund 4,78 Millionen Euro.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze betont: “Die Natura-2000-Gebiete bilden das größte grenzübergreifende Schutzgebietsnetz weltweit – mit dem Ziel die biologische Vielfalt in Europa zu erhalten. Damit sich eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zwischen den einzelnen Gebieten miteinander austauschen, vernetzen und somit erhalten kann, unterstützen wir mit Projekten wie ‘VIA Natura 2000’ grüne Brücken als Verbindungselemente – in Form von artenreichen Grünstreifen am Wegesrand oder Böschungen. Gerade in Agrarlandschaften, die mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands ausmachen, können solche Saumbiotope wertvolle Lebensräume für zahlreiche Arten darstellen.”

“VIA Natura 2000” ist auf sechs Projektjahre angelegt, in denen zahlreiche Maßnahmen vorgesehen sind. Für umfangreiche Zustandsanalysen werden Luftbilder, Kartenmaterial, Liegenschaftsinformationen und Vor-Ort-Begehungen ausgewertet. Diese bilden dann die Grundlage für ein sukzessive entwickeltes, flurstückgenaues Planungskonzept in jeder der fünf Projektregionen Osterland, Gotha/Ilm-Kreis, Südharz/Kyffhäuser, Unstrut-Hainich/Eichsfeld und Mittelthüringen/Hohe Schrecke. Über die Entwicklung der Saumbiotope und ihre Vernetzung sollen auf ausgewählten Projektflächen projektbegleitende Erhebungen zu den Pflanzen-, den Wildbienen- und Schwebfliegengemeinschaften sowie Luftaufnahmen und GIS-Analysen im gesamten Projektgebiet Aufschluss geben. Zusätzlich werden eigentums- und nutzungsrechtliche, förderspezifische sowie weitere relevante ökonomische Fragen analysiert, um die Flächen dauerhaft zu erhalten und ökologisch hochwertig zu pflegen. Alles in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort. Ein Handlungsleitfaden und zwei Fachsymposien während der Projektlaufzeit sollen zudem die Erkenntnisse auch für andere Regionen nutzbar machen.

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