Aufbau eines Pandemiezentrallagers beschlossen

0
389
Als Lehre aus der Corona-Krise soll in Bayern ein Zentrallager für Schutzausrüstung entstehen. (Foto: Alexas_Fotos, pixabay.com)

Der bayerische Ministerrat hat als Lehre aus der Corona-Krise sowie zur Vorsorge für eine zweite Infektionswelle und anderer Pandemien den Aufbau eines bayerischen Pandemiezentrallagers beschlossen. Mit dem Lager soll die Versorgung der Bedarfsträger mit Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) in künftigen Krisensituationen gewährleistet werden.

In dem Zentrallager sollen im Wert von rund 300 Millionen Euro über 42 Millionen OP-Masken, zwölf Millionen Pflegekittel, zehn Millionen FFP2-Masken, zwei Millionen FFP3-Masken, drei Millionen Schutzanzüge, 190 Millionen Infektionshandschuhe sowie rund 750.000 Augenschutzbrillen eingelagert werden. Zudem soll ein Grundstock aus Desinfektionsmitteln und Beatmungsgeräte angelegt werden. Schon beschaffte CT-Geräte und Blutgas-Analysegeräte sollen in das Lager integriert werden.

Das Pandemiezentrallager soll die Versorgung mit PSA für einen Zeitraum von sechs Monaten gewährleisten. Als Berechnungsgrundlage wurde die Zahl der Meldefälle im Freistaat während der Corona-Krise genutzt und um die Erfahrungswerte aus dem schwer getroffenen Spanien ergänzt. Eine Entscheidung über den Standort des Lagers wurde noch nicht getroffen. Derzeit werden geeignete Grundstücke geprüft. Bis eine Entscheidung getroffen wird, werden die bisherigen Lagerkapazitäten weiter genutzt.

BRK begrüßt Beschluss

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) begrüßte den Beschluss des Ministerrats und sieht die eigenen Forderungen nach mehr Investitionen in den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz bestätigt. “Das ist ein wichtiger Schritt, um sich in globalen Krisen- und Katastrophensituationen unabhängig zu machen und sich von Marktabhängigkeiten zu befreien. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass herkömmliche Beschaffungswege schnell der Krise zum Opfer fallen”, so BRK-Präsident Theo Zellner.

Das BRK fordert jedoch, dass es bei der Planung miteinbezogen werden soll. Dazu bietet die Hilfsorganisation ihre Expertise und Erfahrungen dem Freistaat bei der Errichtung des Lagers an. Das BRK hatte zum Höhepunkt der Corona-Krise rund 27 Millionen Euro für die Beschaffung von PSA aufwenden müssen. Die Ausgaben sind noch nicht refinanziert. Dazu steht das BRK mit dem Freistaat und den Krankenkassen im Austausch.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here