Europol baut Kompetenzen zur Entschlüsselung aus

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Um in Ermittlungsverfahren an verschlüsselte Informationen gelangen zu können, richtet Europol eine neues System zum Knacken von Passwörtern ein. (Foto: aotaro, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Das europäische Polizeiamt Europol mit Sitz in Den Haag erweitert seine Kapazitäten zur Dekryptierung von verschlüsselten Informationen. Dazu hat die EU-Kommission bereits 2018 dem bei Europol angesiedelten Europäischen Zentrum für Computerkriminalität (EC3) Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro zugewiesen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion im Deutschen Bundestag hervor.

Demnach wird am EC3 derzeit eine neue Dekryptierungsplattform für verschlüsselte Datenträger errichtet. Basis des Systems ist Hashcat. Dabei handelt es sich um eine unter Hackern und Penetrationstestern verbreitete Open-Source-Software zum Knacken von Passwörtern. Die erforderliche Rechenleistung wird durch die Verknüpfung zahlreicher Grafikprozessoren erreicht. Die Plattform wird den europäischen Strafverfolgungsbehörden in Ermittlungsverfahren zur Verfügung gestellt.

Bei sehr langen und komplexen Passwörtern stoßen klassische Entschlüsselungsmethoden auch bei großer Rechenkapazität schnell an ihre Grenzen. So war das zuvor bei Europol verwendete System nach Angaben des Amtes zwischen 2014 und 2018 32 Mal zum Einsatz gekommen, davon aber nur zwölf Mal erfolgreich. Laut Bundesregierung hatte sich das Bundekriminalamt (BKA) bisher in sechs Fällen mit Entschlüsselungsaufträgen an Europol gewandt.

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