630 Mio. US-Dollar Lösegeldzahlungen durch Europol-Dienst erspart

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Das Projekt No More Ransom hilft seit vier Jahren Betroffenen von Ransomware-Angriffen. (Screenshot: www.nomoreransom.org)

Der Entschlüsselungs-Dienst No More Ransom soll den Abfluss von Lösegeldern an Cyber-Kriminelle in Höhe von geschätzt 632 Millionen US-Dollar verhindert haben. Über 4,2 Millionen Nutzer aus 188 Ländern hätten den Dienst bisher in Anspruch genommen, so Europol. Das europäische Polizeiamt hatte das Projekt im Juli 2016 gemeinsam mit der niederländischen Polizei und den IT-Sicherheitsunternehmen McAfee und Kaspersky gestartet. Amazon Web Services und Barracuda stellen die notwendige IT-Infrastruktur zur Verfügung.

No More Ransom erlaubt von Ransomware betroffenen die Entschlüsselung ihrer IT-Systeme, sofern für die jeweilige Schadsoftware-Variante ein entsprechendes Tool verfügbar ist. Derzeit verspricht der Dienst Hilfe bei 140 verschiedenen Infektionstypen. Welcher davon vorliegt, lässt sich mit dem “Crypto Sheriff” herausbekommen. Dazu lädt der Betroffene auf der Website von No More Ransom zwei beispielhafte verschlüsselte Dateien hoch und gibt das in der Lösegeldforderung genannte Bitcoin-Konto oder die Kontakt-Mail-Adresse der Kriminellen an. Der Dienst führt den Nutzer dann direkt zum passenden Tool und einer entsprechenden Anleitung. Darüber hinaus bietet das Portal Empfehlungen zur Prävention und zum Umgang mit Ransomware-Angriffen an.

Neben den Gründungsmitgliedern nehmen inzwischen rund 160 Partner an der Öffentlich-Privaten Partnerschaft teil. So beteiligten sich neben weiteren IT-Sicherheitsunternehmen auch die Polizeien der Länder Belgien, Rumänien und Frankreich direkt an der Entwicklung der Entschlüsselungs-Tools. Zu den weiteren Unterstützern gehören die EU-Behörden mit Sicherheitsaufgaben CERT-EU, Enisa, eu-LISA und Eurojust sowie Interpol und zahlreiche nationale Polizeibehörden aus Amerika, Asien, Europa und Neuseeland. Aus Deutschland ist das Bundeskriminalamt als Unterstützer an Bord.

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