Kommunale Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen gegründet

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Unterzeichnen den Vertrag für die Gründung der KENN: (vlnr.) Landrat Peter Bohlmann (Landkreis Verden), Landrat Bernd Lütjen (Landkreis Osterholz), Oberbürgermeister Uwe Santjer (Stadt Cuxhaven) und Landrat Kai-Uwe Bielefeld (Landkreis Cuxhaven). (Foto: Abfall-Service Osterholz)

Die Landkreise Cuxhaven, Osterholz und Verden sowie die Stadt Cuxhaven haben eine kommunale Entsorgungsanstalt gegründet mit dem gemeinsamen Ziel, Bioabfälle zukünftig nachhaltiger und somit klimafreundlicher und effektiver zu verwerten. Dazu wird eine Bioabfallvergärungsanlage gebaut.

Die Abfallmengen einer einzelnen der Kommunen reichen bislang nicht aus, damit sich eine Bioabfallvergärungsanlage wirtschaftlich rechnet. Die Wirtschaftlichkeitsschwelle wird erst ab einer Jahresmenge von circa 30.000 Tonnen Bioabfall erreicht. Aus diesem Grund bot sich eine Zusammenarbeit an, der die politischen Gremien der Landkreise sowie der Stadt Cuxhaven bereits im vergangenen Jahr zustimmten. Im ersten Schritt wurde zwischen den vier kommunalen Partnern ein Vertrag über die Gründung der Kommunalen Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen (KENN) als gemeinsame kommunale Anstalt öffentlichen Rechts geschlossen.

Im nächsten Schritt wird die Vergärungsanlage gebaut – voraussichtlich ab dem Frühjahr 2022. Das dort gewonnene Gas kann zu Bio-Erdgas aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden. Aus dem Biogas kann wiederum Bio-Wasserstoff, also grüner Wasserstoff, gewonnen werden. Durch die geplante Bioabfallvergärungsanlage können pro Jahr voraussichtlich 2.000 bis 3.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2023 geplant, die Investitionskosten liegen bei rund 19 Millionen Euro.

“Wir wollten mit dieser Art der Verwertung des Biomülls einen Beitrag zum Klimaschutz liefern: umweltfreundliche Energie durch hochwertiges Biogas und hochwertiger Kompost für den ökologischen Landbau”, so Cuxhavens Landrat Kai-Uwe Bielefeld. Sein Amtskollege aus Verden, Peter Bohlmann, ergänzt: “Durch den kommunalen Betrieb ist eine verlässliche Preisprognose möglich. Zugleich wird dem Mülltourismus, der teilweise durch europaweite Ausschreibungen entsteht, entgegengewirkt.”

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