3D-Drucker für “Factory of the Future”

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Die additive FDM-Fertigung von Stratasys kommt bei Arbeiten der Bodenausstattungen für das Kampfflugzeug Eurofighter "Typhoon" zum Einsatz (rechts ein Modell des Konzept-Tarnkappenflugzeugs "Tempest"). (Foto: BS/BAE)

Der britische Konzern für Rüstung, Informationssicherheit sowie Luft- und Raumfahrt BAE Systems hat einen vierten F900 3D-Drucker des israelisch-amerikanischen Herstellers Stratasys beschafft, um seine Produktionsstätte in Samlesbury in der nordwestenglischen Grafschaft Lancashire mit einer kontinuierlichen Bemühung um Kostensenkung und größere Produktionsagilität zu unterstützen.

Zusammen mit den bereits bestehenden F900 wird die neueste Installation rund um die Uhr als integraler Bestandteil der Wandlungsinitiative “Factory of the Future” von BAE laufen. Dabei handelt es sich um eine moderne Einrichtung in Lancashire, in der Fortschritte in Technologie und Fertigung mit dem Anwenderpersonal verknüpft werden. Heute wird die additive FDM-Fertigung von Stratasys für Anwendungen in allen Bodenausstattungen für Flugzeuge eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine breite Palette an Anwendungsbereichen, die von Raumfahrtmodellen und Designverifikations-Prototypen, Fertigungswerkzeuge wie Werkzeuge und Vorrichtungen sowie Endbauteile umfassen.

Optimierung des Flugzeugbaus durch additive Herstellung

BAE Systems zufolge gestaltet der Einsatz additiver Fertigung in solchen Anwendungsbereichen die Produktion flexibler, schneller und kostensparender. Das Unternehmen bezeugt zudem, dass der Einsatz des 3D-Druckers F900 zur Erstellung von Produktionswerkzeugen eine “erhebliche Senkung der Kosten und Vorlaufzeiten” im Vergleich zu denen bietet, die mit traditionellen Fertigungsverfahren erstellt wurden.

“In unserem Programm Factory of the Future geht es darum”, so Greg Flanagan, Additive Manufacturing Operations Lead bei BAE Systems Air, “die Zukunft der Kampfflugzeugfertigung mit bahnbrechenden Technologien voranzutreiben. Und wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten und der restlichen Branche zusammen, um die Anforderungen der Regierung des Vereinigten Königreichs zu erfüllen. Die additive FDM-Fertigung von Stratasys spielt in dieser Initiative eine wichtige Rolle und unterstützt uns dabei, die allgemeinen Ziele des Unternehmens zur Senkung der Kosten und Verkürzung der Markteinführungszeiten zu erreichen.”

Dank der Installation der F900 bei BAE Systems werden nicht nur die 3D-Druckkapazitäten erhöht, sondern auch neues 3D-Druckmaterial für Anwendungen im Werkzeugbau erkundet. Dazu gehört das mit Kohlenstofffasern verstärkte Material FDM Nylon 12CF, das für die Erstellung robuster und doch leichter Reparatur- und Entwicklungstools an der Produktionsstrecke eingesetzt wird.

Flanagan zufolge bietet insbesondere die 3D-Drucktechnologie auf FDM-Basis die Möglichkeit, die Vorlaufkosten von Werkzeugen für neue Produkte zu senken. Das gilt speziell bei Teilen wie Bohrern, Reparaturwerkzeugen und sonstigen Entwicklungswerkzeugen, die häufig nur in kleiner Auflage benötigt werden.

BAE Systems hat auch große Erfolge bei der Identifizierung traditionell hergestellter Anwendungen erzielt, die durch Hochleistungs-3D-Druckmaterialien verbessert oder in einigen Fällen ersetzt werden können. Dazu zählt auch der Einsatz von ABS und ASA im Bereich der Flugzeugbodenausstattung, wie beispielsweise bei Bodenbelägen für Cockpits des Kampfflugzeuges “Typhoon”. “Mit unserem F900 können die thermoplastischen Bodenbeläge sehr viel schneller hergestellt werden als traditionell gefertigte Versionen. Zudem sind sie sehr viel leichter und vom Bodenpersonal einfacher zu bewegen. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit bei Instandhaltung, Reparatur und Überholung. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass sie in Rot gedruckt werden können – das ist die Farbe für alle Komponenten, die vor dem Flug zu entfernen sind (“remove before flight”)”, fügt Flanagan hinzu.

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