Ein Fünftel der stationär behandelten Corona-Patienten verstorben

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Rund ein Fünftel aller stationär behandelten Corona-Patienten sind verstorben. (Foto: Silas Camargo Silão, pixabay.com)

Rund 22 Prozent der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten sind in Deutschland verstorben. Dies geht aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Technischen Universität (TU) Berlin hervor. Dazu werteten die Wissenschaftler die Daten von rund 10.000 Corona-Patienten aus 920 Krankenhäusern aus.

Die Sterblichkeit lag bei älteren Patienten deutlich höher als bei jüngeren. Die Mortalität bei der Altersgruppe der 70-bis 79-Jährigen lag bei 27 Prozent. Bei Personen ab 80 Jahren verstarben sogar 38 Prozent. Unterschiede ließen sich auch bei Männern und Frauen feststellen. In der Gruppe der Männer verstarb rund ein Viertel der Patienten. Bei den Frauen waren es nur ein Fünftel der Gruppe.

Besonderes Augenmerk legten die Wissenschaftler auf die Gruppe der künstlich beatmeten Patienten. Dort konnten die Forscher feststellen, dass 53 Prozent der künstlich beatmeten Corona-Erkrankten verstarben. Die Sterblichkeitsrate stieg mit höherem Alter bis auf 72 Prozent bei den über 80-Jährigen. Frauen und Männer wiesen die gleiche Sterblichkeit auf, obwohl Männer fast doppelt so häufig künstlich beatmet werden mussten. Insgesamt mussten 1.727 Menschen künstlich beatmet werden. Die Dauer der Behandlung von Beatmungspatienten betrug durchschnittlich 25 Tage. Wovon die künstliche Beatmung im Durchschnitt zwei Wochen betrug.

Kapazität von Intensivbetten nie vollausgelastet

Die Ergebnisse der Analyse bieten eine Datengrundlage für die weitere Bedarfsplanung von Intensivbetten und den weiteren Maßnahmen in deutschen Krankenhäusern. “Mit unserer Auswertung liegen hilfreiche Zahlen für Projektionen zur Nutzung von Krankenhaus- und Beatmungskapazitäten vor. So fallen pro 100 stationäre Patienten durchschnittlich 240 Beatmungstage an. Dies sind für die Vorbereitung auf eine zweite Pandemie-Welle wichtige Zahlen. Bezüglich der normalen Krankenhausbetten ist aber auch bei hohen Infektionszahlen überhaupt kein Problem zu erwarten”, erläuterte Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin.

“Der Anteil der älteren Patienten mit Beatmung liegt zwar relativ niedrig, aber wir können davon ausgehen, dass in Deutschland alle Patienten beatmet werden konnten, bei denen das therapeutisch notwendig erschien. Denn bundesweit standen zu jedem Zeitpunkt der Pandemie genügend freie Intensivbetten zur Verfügung und die Kapazität der Intensivstationen war zum Glück nie voll ausgelastet”, führte Christian Karagiannidis, Sprecher der DIVI-Sektion “Lunge–Respiratorisches Versagen” aus.

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