Gutachten veröffentlicht

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Im Bereich der Luftrettung ist unter anderem die DRF Luftrettung (Foto) aktiv. In Baden-Württemberg wurden nun die entsprechenden Versorgungsstrukturen analysiert und evaluiert. (Foto: BS/Torsten Scholz, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Für Baden-Württemberg ist eine Struktur- und Bedarfsanalyse der Luftrettung durchgeführt worden. Die entsprechenden Ergebnisse eines derartigen Gutachtens sind nun vorgestellt worden. Demnach soll unter anderem die Zahl der eingesetzten Hubschrauber im “Ländle” erhöht werden.

Diese liegt derzeit im Bereich der Luftrettung tagsüber bei acht. Künftig sollen es zehn Maschinen sein. Jeweils ein zusätzlicher Hubschrauber soll in den Bereichen Osterburken und Lahr stationiert werden. Zudem wird empfohlen, drei Standorte um einige Flugminuten zu verlegen. Rund um die Uhr soll neben dem Standort Villingen-Schwenningen ein weiterer Hubschrauber am Standort Ludwigsburg dienstbereit sein. In Mannheim, Villingen-Schwenningen, Ulm sowie – nach vorübergehender Stationierung in Baden-Baden – in Karlsruhe soll jeweils eine Maschine stationiert bleiben.

Der Staatssekretär im Stuttgarter Innenministerium, Wilfried Klenk, erklärte: “Unser Ziel ist, die rettungsdienstliche Versorgung weiter zu verbessern.” Er kündigte an, “die Struktur der Luftrettung noch gezielter an den heutigen Bedürfnissen der Notfallpatientinnen und -patienten” auszurichten. Zudem unterstrich Klenk: “Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber sind und bleiben überregional einzusetzende Rettungsmittel.” Sie stünden nicht exklusiv dem Rettungsdienstbereich, in dem sie stationiert seien, zur Verfügung. Vielmehr dienten sie der Patientenversorgung über Landkreisgrenzen hinweg.

Keine sofortige Realisierung möglich

Die Umsetzung der Empfehlungen, die von Wissenschaftlern des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Universität München kommen, wird je nach Standort voraussichtlich zwei bis fünf Jahre dauern. Gründe hierfür sind unter anderem Kündigungsfristen laufender Verträge sowie die Berücksichtigung europarechtlicher Vorgaben bei Vergaben und luftrechtlicher Genehmigungsverfahren. Dazu meinte Klenk: “Gemeinsam mit den Kosten- und Leistungsträgern im Rettungsdienst haben wir es jetzt in der Hand, die Luftrettung und die bodengebundenen Rettungsmittel noch enger zu verzahnen und dabei einsatztaktische, aber auch wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen.”

Klare Fristen

Die Standort- und Bedarfsplanung der Luftrettung orientiert sich ausschließlich an fachlichen Zielparametern. Demnach sind die Standorte der Hubschrauber so festzulegen, dass alle Orte in Baden-Württemberg innerhalb von 20 Minuten nach der Alarmierung durch einen Hubschrauber erreicht werden können. In den Nachtstunden soll dies innerhalb einer halben Stunde möglich sein. Diese längere Frist ist notwendig, da Einsätze bei Dunkelheit zusätzlich vorbereitet werden müssen, um die Flugsicherheit zu garantieren. Bei schwer erkrankten oder verletzten Personen mit Herzinfarkt, Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Polytrauma soll die Zeit vom Eingang des Notrufs bis zur Einlieferung in eine geeignete Klinik möglichst maximal 60 Minuten betragen.

Bei der Standort- und Bedarfsplanung für die Luftrettung galt, dass neue, zusätzliche Hubschrauberstandorte nur dann eingerichtet werden, wenn eine bedarfsgerechte Versorgung nicht durch die Verschiebung bestehender Standorte möglich ist. Verschiebungen vorhandener Standorte zur Optimierung der Versorgungsstruktur wurden hingegen nur dann empfohlen, sofern sich dadurch eine deutlich bessere Versorgung oder eine deutliche Erhöhung des Einsatzaufkommens der Hubschrauber erzielen lässt.

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