Drohnen für die Berliner Feuerwehr

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Die Berliner Feuerwehr testet künftig den Einsatz von Drohnen (Foto). (Foto: BS/Feldmann)

Bei der Berliner Feuerwehr hat ein einjähriges Pilotprojekt zum Einsatz unbemannter Flugsysteme begonnen. Es wurden insgesamt vier marktübliche Standarddrohnen angeschafft. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 15.500 Euro.

In die Aus- und Fortbildung von 30 Drohnenführern, darunter zehn Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, wurden zusätzlich etwa 17.000 Euro investiert. Drei der Drohnen des Herstellers DJI sind auf Führungsfahrzeugen, genauer gesagt den Einsatzleitwagen zwei (ELW 2), verlastet. Eine weitere befindet sich zu Aus- und Fortbildungszwecken an der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie (BFRA). Die Drohnenpiloten befinden sich entweder unmittelbar auf dem ELW 2 oder werden – je nach Einsatzlage – nachalarmiert. Der ELW 2 rückt – abhängig vom jeweiligen Einsatzstichwort – unmittelbar aus oder wird ebenfalls nachalarmiert.

Die Geräte, an die optional ein Lautsprecher, eine Kollisionswarnleuchte und ein LED-Scheinwerfer angebracht werden kann, sollen im Rahmen des Versuchsvorhabens zur Erkundung und Lagebilderstellung bei Großschadenslagen, wie etwa Lagerhallen- oder Dachstuhlbränden, bei Waldbränden oder zur Identifizierung von Glutnestern zum Einsatz kommen. Weitere mögliche Nutzungsszenarien sind die Suche nach Vermissten, die Begutachtung von Antennenmasten durch den Zentralen Service Informationstechnik der Berliner Feuerwehr, Überschwemmungen oder Fälle von Umweltverschmutzungen.

Gewicht von rund zwei Kilogramm

Die Fluggeräte haben ein maximales Startgewicht von etwa zwei Kilogramm, sind nicht explosionsgeschützt und verfügen über drei unterschiedliche Modi (Farbmodus, Thermografiemodus und Bildüberlagerung). Die Akkus erlauben rund 30-minütige Flüge am Stück. Der Drohneneinsatz soll vor allem tagsüber (bis zum Einbruch der Dämmerung) und bei Windgeschwindigkeiten von bis zu zehn Metern pro Sekunde erfolgen. Zu stark regnen darf es allerdings nicht. Die Fluggeräte können Live-Bilder zur Bodenstation des ELW 2 übertragen.

Im Einsatz sind immer zwei Drohnenführer gleichzeitig. Der eine steuert das Fluggerät, der zweite betreibt Luftraumbeobachtung. Die Berliner Feuerwehr hat ihre Drohnensteuerer schulen und mit einem Kenntnisnachweis gemäß der Luftverkehrsordnung ausstatten, obwohl sie als Behörde und Organisation mit Sicherheitsaufgaben (BOS) dazu rechtlich nicht verpflichtet gewesen wäre. Flüge in einer maximalen Höhe von 50 Metern sind erlaubnisfrei möglich. Bei größeren Flughöhen braucht es eine Erlaubnis der Deutschen Flugsicherung (DFS).

Auch wenn die Drohnen, für deren Einsatz die Berliner Feuerwehr selbst ein Betriebshandbuch entwickelt hat, in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometern zum Flughafen Tegel genutzt werden sollen, muss eine Kontaktaufnahme mit dem Tower erfolgen. In der Bannmeile rund um den Reichstag wäre eine Abstimmung mit der Bundestagspolizei notwendig.

Die Luftaufnahmen der Drohne können am Boden live verfolgt werden. (Video: Feldmann)

Keine personenbezogenen Daten verwenden

Laut EU-Datenschutzgrundverordnung ist das Anfertigen von Bild- und Videoaufnahmen beim Drohneneinsatz für BOS zulässig, weil der Schutz von Leben und Gesundheit von sich am Einsatzort befindlichen Personen als ein besonders wichtiges öffentliches Interesse gilt. Die Flugsysteme dürfen allerdings nicht bei geplanten Großveranstaltungen oder Veranstaltungen mit größeren Menschenansammlungen verwendet werden. Während des Probebetriebs soll eine regelmäßige Evaluation und Fortschreibung des eigens entwickelten Datenschutzkonzeptes stattfinden. Dieses sieht vor das Bild- und Videoaufnahmen nur auf den Servern der Berliner Feuerwehr abgelegt werden.

Zur Einsatzdokumentation und -nachbesprechung dürfen nur Aufnahmen verwendet werden, auf denen keine natürlichen Personen zu erkennen sind. Gegebenenfalls sind Verpixelungen oder Unkenntlichmachungen vorzunehmen. Alle Ausbildungs- und Übungsbilder, die personenbezogene Informationen enthalten, dürfen nicht dauerhaft gespeichert werden und sind nach Abschluss der Maßnahme umgehend zu löschen.

Die Drohnen enthalten ausschließlich einen Flugschreiber. Dieser speichert keine personenbezogenen Daten, sondern nur Angaben über Datum und Uhrzeit, den Gerätenamen, den Akkustand, den Flugmodus, die Flugdistanz und die Flugzeit. Ebenfalls abgespeichert werden Parameter zur Fluggeschwindigkeit und -höhe, zur Ausrichtung sowie Standortdaten und Angaben zur Position des Steuerknüppels.

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