Partnerschaft auf dem europäischen Triebwerkmarkt

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Die MoA-Unterzeichnung (v.l.n.r.): Florent Chauvancy (Executive VP, OEM Sales & Marketing Safran Helicopter Engines) und Burkhard Siebert (Leiter ZF Luftfahrttechnik GmbH) – im Hintergrund links die graphische Darstellung des "Ardiden 3TP"-Triebwerks. (Foto: BS/ZF Luftfahrttechnik GmbH)

Safran Helicopter Engines und die ZF Luftfahrttechnik GmbH haben Ende Juli im nordhessischen Calden eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Dabei geht es um ein “Memorandum of Agreement” (MoA) mit dem Ziel, ein Turboprop-Triebwerk für den europäischen Markt für Militäranwendungen anzubieten – insbesondere für den unbemannten Bereich sowie Ausbildungs- und Transportflugzeuge. Die ZF Luftfahrttechnik ist zudem als strategischer Partner für das Propeller-Getriebe und das Zusatzgetriebe des “Ardiden 3TP”-Triebwerks vorgesehen.

Das Triebwerk bietet der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie ein ausgereiftes Design mit wettbewerbsfähigen Betriebs- und Wartungskosten. Diese europäische Lösung basiert auf dem “Ardiden 3”-Haupttriebwerk von Safran und beinhaltet Technologien, die im Rahmen eines Technologie-Demonstrators entwickelt wurden. Dieser befindet sich derzeit in Frankreich im Bodentest.

Die “Innovationskraft dieser Kooperation”, sagte Burkhard Siebert, Geschäftsführer der ZF Luftfahrttechnik GmbH, garantiere die Entwicklung eines leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Antriebssystems, das vielfältige Anwendungsfelder biete. “Das Turboprob-Triebwerk erfüllt durch seine anpassungsfähige Architektur und eine flexible Geräteintegration die Anforderungen unserer Kunden auch in Hinblick auf einfache Wartung und Instandhaltung. Gleichzeitig stärken wir in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Bedeutung der europäischen Luftfahrtindustrie nicht nur durch den Aufbau industrieller Kernkompetenzen, sondern vor allem durch die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in Frankreich und Deutschland”, betonte Siebert.

Florent Chauvancy, Vertriebsleiter von Safran Helicopter Engines, ergänzte: “Durch diese Partnerschaft wird Ardiden 3TP von hochmodernen Industrieunternehmen in Deutschland und Frankreich entwickelt, produziert und servicetechnisch unterstützt. Die Partnerschaft schützt die europäischen Interessen bei strategischen Starrflügelprogrammen und eröffnet zukünftige Exportchancen. Die Pandemie-Krise hat tiefgreifende Auswirkungen auf die gesamte Luftfahrtindustrie. Europäische Projekte werden eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung und Unterstützung unserer Industrien spielen, um entscheidendes Fachwissen zu erhalten und weitere Innovationen zu entwickeln.”

Das Triebwerk “Ardiden 3TP” ist für den Betrieb in mittleren und großen Höhen bis zu 45.000 Fuß optimiert und einfach zu betreiben – dank einer speziellen Drosselklappe und einer Steuerungseinheit, welche die Leistung sowie die Propellersteigung steuert. Der deutsche Propellerhersteller MT-Propeller ist ebenfalls an diesem Projekt beteiligt.

“Ardiden 3TP” basiert auf “Tech TP”, einem Forschungs- und Innovationsprogramm von “Clean Sky 2”, das die Technologien validiert, die für die Entwicklung einer neuen Generation von Turboprop-Triebwerken erforderlich sind. Seit Juni des vergangenen Jahres sind diese Tests stetig vorangeschritten. “Tech TP” zeichne sich laut Herstellerangaben durch eine kompakte und leichte Architektur aus und reduziere den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen um 15 Prozent (im Vergleich zu heutigen Triebwerken). Er ist einer der ersten “Clean Sky 2”-Demonstratoren, der in die Testphase geht. Mehr als 20 Partner aus acht europäischen Ländern tragen zu dem Projekt bei.

Als ein Kerntriebwerk der neuen Generation bewegt sich das “Ardiden 3TP” im Leistungsbereich von 1.700 bis 2.000 PS. Zwei von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit zertifizierte Modelle, das “Ardiden 3C” und “3G”, haben mehr als 10.000 Teststunden absolviert und ein hohes Maß an Konstruktionsreife sowie wettbewerbsfähige Betriebs- und Wartungskosten bestätigt. Darüber hinaus haben mehr als 250 “Ardiden 1”-Triebwerke über 200.000 Flugstunden absolviert.

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