Thüringer Servicekonto bietet höchstes Vertrauensniveau

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Mit dem Thüringer Servicekonto können inzwischen 278 Verwaltungsgänge online erledigt davon – 85 davon erfordern die Identifizierung per eID-Funktion des Personalausweises. (Screenshot: servicekonto.thueringen.de)

Das Servicekonto des Freistaates Thüringen ermöglicht ab sofort auch Verwaltungsgänge, für die eine besondere persönliche Identifizierung notwendig ist. Das entspricht dem höchsten der drei für die EU-Staaten definierten Vertrauensniveaus.

Bürger können sich mit der eID-Funktion des Personalausweises identifizieren. Das funktioniert mit 83 Online-Verfahren. Diese sind über das gemeinsame Antragssystem ThAVEL nutzbar. Insgesamt können die Thüringer nach Angaben des Finanzministeriums 278 Online-Antrags- und Verwaltungsverfahren nutzen. Im letzten Jahr waren es 35. Seit Beginn des Jahres gingen über 4.000 Anträge bei der Landes- und den Kommunalverwaltungen ein. Diese Zahlen umfassen nur von Thüringer Verwaltungen selbst entwickelten Services – also nicht die bundesweit gemeinsamen Antragsverfahren wie Bafög-Online oder durch andere Software bereitgestellte Services.

Elektronisch können inzwischen Verwaltungsgänge vieler Lebenslagen, so die Bestellung von Ehe- oder Geburtsurkunde, Beantragung des Führungszeugnisses, Kita-Anmeldung sowie Anträge zur Baumfällung, zum Brauchtumsfeuer oder zur Hundeanmeldung. “Die Zahl der digitalen Bürgerservices wächst jeden Tag”, freut sich Finanzministerin Heike Taubert. Das nütze nicht nur Familien, Vereinen und Unternehmen, sondern auch der Verwaltung, die ihre Arbeit erleichtern und verbessen könne. “Deshalb ist es wichtig, dass sich immer mehr Verwaltungen aufmachen, digitale Angebote zu erstellen. Vor allem sind digitale Vorreiter in den Behörden und natürlich aufgeschlossene und moderne Führungskräfte gefragt.”

Neben alltäglichen Lebenslagen hat die digitale Verwaltung auch im Bereich der Entschädigungsleistungen nach dem Infektionsschutzgesetz Einzug gehalten. Bürgerinnen und Bürger könnten Anträge dort stellen, wo sie die entsprechenden Informationen finden, erklärt Frank Roßner, Präsident des Landesverwaltungsamtes. “Gerade in Krisenzeiten, in denen viele Menschen gleichzeitig Hilfe brauchen, erweist sich der Online-Bürgerservice als besonders wichtig.” Das Amt werde die elektronische Bearbeitung weiterentwickeln, um zügiger und medienbruchfrei arbeiten zu können.

Über sicheres und komfortables Identitätsmanagement sprach der thüringische Finanzstaatssekretär und CIO des Freistaats, Dr. Hartmut Schubert im Interview mit dem Behörden Spiegel in der August-Ausgabe, Seite 30.

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