“Hamburg” auf dem Weg ins Mittelmeer

0
574
Die Fregatte "Hamburg" nimmt an der Operation "Irini" teil. (Foto: BS/Bundeswehr, Carsten Vennemann)

Die deutsche Fregatte “Hamburg” (F220) hat Anfang August ihren Heimatstützpunkt Wilhelmshaven verlassen, um für knapp fünf Monate an der EU-Mission EUNAVFOR MED (“European Union Naval Forces Mediterranean”) “Irini” (griechisch für “Frieden”) teilzunehmen. Dabei handelt es sich um den jüngsten Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Am 7. Mai hatte der Bundestag die Teilnahme eigener Streitkräfte an der EU-Mission mandatiert. Deren personelle Obergrenze beträgt aktuell 300 Soldaten. Das EU-Mandat für die Operation “Irini” läuft – zunächst – bis Ende März des kommenden Jahres.

Die Fregatte “Hamburg” ist das erste Schiff der Deutschen Marine, das an dem Einsatz teilnimmt. Die Hauptaufgabe von Schiff und Besatzung ist, ihren Beitrag am wichtigsten Operationsziel zu leisten: das durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängte Waffenembargo gegen Libyen umzusetzen.

Neben der Überwachung des UN-Waffenembargos sind weitere Aufgaben der Operation “Irini” – und damit der deutschen Fregatte der “Sachsen”-Klasse –, Informationen über illegale Ausfuhr von Erdöl und Erdölprodukten aus Libyen zu sammeln sowie beim Aufbau der libyschen Küstenwache und Marine zu helfen. Auch wird eine wichtige Rolle in diesem Einsatz sein, das Geschäftsmodell von Schleusern und Menschenhändlern im zentralen Mittelmeer zu unterbinden.

Die Fregatte wird das zweite deutsche Einsatzkontingent für diese militärische Operation der Europäischen Union übernehmen. Seit Beginn der Mission “Irini” beteiligt sich Deutschland bereits mit einem Seefernaufklärer vom Typ Lockheed P-3C “Orion”. Hinzu kommt deutsches Personal im operativen Hauptquartier in Rom und auf dem jeweiligen Flaggschiff.

Das Einsatzgebiet von EUNAVFOR MED “Irini” erstreckt sich auf die Hohe See außerhalb der Küstenmeere Libyens und Tunesiens, südlich Siziliens, d.h. innerhalb der Region des mittleren und südlichen Mittelmeers. Hinzu kommen der Luftraum über diesen Gebieten sowie angrenzende Seegebiete, die zur Umleitung und Übergabe von Schiffen in einen europäischen Hafen benutzt werden. Davon ausgenommen sind Malta sowie das umschließende Seegebiet innerhalb von 15 Seemeilen. Das Operationsgebiet entspricht ungefähr der Größe der Bundesrepublik Deutschland.

Derzeit beteiligen sich sieben europäische Nationen mit rund 1.000 Soldaten und Zivilpersonal an der Operation. Die Operationsführung wechselt halbjährlich zwischen Italien und Griechenland und hat mit einem italienischen Offizier – Konteradmiral Fabio Agostini – begonnen.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here