Bereit für Fortschritt im FCAS-Programm

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Modell des "Next Generation Fighter" (NGF) im Maßstab 1:1 von Dassault Aviation mit "Remote Carriers" von Airbus und MBDA in Le Bourget 2019 (Foto: BS/Portugall)

“Das Future Combat Air System” (FCAS), an dem Deutschland, Frankreich und Spanien beteiligt sind, ist laut Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) “das bedeutendste sicherheitspolitische Projekt Europas, das die europäische Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität in Zeiten geopolitischer Unsicherheit nachhaltig stärken soll.”

Bei einer virtuellen Panel-Diskussion zum Thema “Das Future Combat Air System – Chancen und Herausforderungen für die deutsche Industrie” im Rahmen der weltweit ersten digitalen Luft- und Raumfahrtmesse “ILA Goes Digital” bezogen sieben Spitzenvertreter der im BDLI organisierten deutschen militärischen Luftfahrtindustrie Stellung zu diesem Zukunftsprojekt und diskutierten mit Teilnehmern über die Trag- und Reichweite des Projekts.

BDLI-Präsident Dirk Hoke betont: “FCAS verfügt über das Potential, zum größten und wichtigsten Verteidigungsprogramm Europas im 21. Jahrhundert und zu einem Meilenstein für eine gemeinsame europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu werden. Mit FCAS wird Europa seine strategische, industrielle und technologische Souveränität sicherstellen. Gleichzeitig ist FCAS mehr als nur ein militärisches Projekt. Es bietet vielmehr die Chance auf signifikante Spill-Over-Effekte in den zivilen Bereich, insbesondere in den Bereichen Vernetzung und Cloud-Architektur.” Entsprechend wichtig sei es, so Hoke weiter, dass bei FCAS die staatlichen Stellen ressortübergreifend zusammenarbeiteten und die erforderlichen Mittel für Forschung und Technologie zur Verfügung stellten – sowohl national als auch im europäischen Verbund. “Nur so können die Partner auf Augenhöhe kooperieren”, sagt Hoke. BDLI-Vizepräsident für Verteidigung und Sicherheit, Michael Schreyögg, ergänzt: “Seit langer Zeit haben wir wieder ein primär militärisches Programm, von dem ein Innovationsschub nicht nur für die militärische Luftfahrtindustrie, sondern für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland ausgehen wird.”

FCAS ist weit mehr als “nur” ein Luftfahrzeug. Neben einem neuen Kampfflugzeug der nächsten Generation (“Next Generation Fighter”/NGF) umfasst die Entwicklung zudem unbemannte Komponenten, sogenannte “Remote Carriers”, ein neues Triebwerk sowie eine “Combat Cloud”, die allen an einer Mission beteiligten Akteuren ein umfassendes Lagebild in Echtzeit zur Verfügung stellen soll. Die Einbeziehung weiterer, bereits bestehender und noch zu entwickelnder Plattformen und Komponenten erweitern FCAS zu einem umfassenden “System-of-Systems”.

Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs haben im Februar dieses Jahres den Rahmenvertrag für die sogenannte “Demonstrator-Phase 1A” des Programms unterzeichnet. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten und markiert den Einstieg in eine Technologieentwicklung bei FCAS mit dem Ziel, flugfähige Demonstratoren bis 2026 zu entwickeln. Der Einstieg Spaniens in das Programm in 2019 markierte darüber hinaus einen wichtigen Meilenstein in Richtung einer Europäisierung von FCAS. Die “Demonstrator-Phase 1B” wird derzeit vorbereitet und deren Start ist im Sommer 2021 geplant.

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