Gemeinsam für ein krisenfestes Bildungssystem

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Während dem Lockdown mussten die meisten Lehrer in Deutschland auf ihre privaten Endgeräte zurückgreifen, um den Schülern digital Unterricht geben zu können. Dies soll sich nach einer Vereinbarung zwischen Bundesregierung und den Ländern nun möglichst bald ändern. (Foto: BS/StartupStockPhotos, pixabay.com)

Nachdem die Sommerferien in den ersten Bundesländern zu Ende gegangen sind und in Berlin bereits die erste Schule wegen Corona-Infektionen wieder schließen musste, zeigt sich die unverminderte Dringlichkeit, das Bildungssystem mit einer höheren Krisenresilienz auszustatten.

Da die Pandemie vor allem die Möglichkeit des digitalen Lernens in den Fokus der Aufmerksamkeit gebracht hat, haben  Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sich mit einer Reihe von Kultusministern und -ministerinnen der Länder zu einem informellen Austausch über die Herausforderungen des Schulsystems in der Corona-Pandemie getroffen. Im Rahmen des Treffens wurde zunächst vereinbart, dass Bund und Länder die Digitalisierung als gemeinsame Aufgabe definieren. Um nun weitere Bewegung in die Digitalisierung des Bildungssystems zu bekommen, wurden als erste Punkte vereinbart, schnellstmöglich alle Schulen in der erforderlichen Weise an das schnelle Internet anzuschließen sowie alle Lehrer mit Endgeräten auszustatten. Zudem soll flächendeckend dafür gesorgt werden, dass alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland zu Hause über einen bezahlbaren Zugang zum Internet verfügen.

In ihrer Zuständigkeit für das Schulwesen hatten die Länder im Juni die Wiederaufnahme des Regelbetriebs nach den Sommerferien unter Einhaltung von den bestehenden und für den Unterricht klar zu definierenden Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen beschlossen. Das Rahmenkonzept dafür sowie die ersten Erfahrungen nach den Ferien wurden bei dem Treffen besprochen. Grundsätzlich bestehe Einigkeit über das gemeinsame Ziel, erneute komplette und flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas möglichst zu vermeiden. Das hohe Gut der Bildung solle auch in Zeiten der Pandemie politische und gesellschaftliche Priorität genießen. 

Neben Kanzlerin Merkel, Bildungsministerin Karliczek und SPD-Chefin Esken nahmen an dem Treffen folgende Landesvertreter teil: Stefanie Hubig (Rheinland-Pfalz und KMK-Präsidentin), Prof. Alexander Lorz (Hessen), Bettina Martin (Mecklenburg-Vorpommern), Ties Rabe (Hamburg), Prof. Michael Piazolo (Bayern), Christian Piwarz (Sachsen) und Karin Prien (Schleswig-Holstein). Abschließend wurde vereinbart, den Austausch zukünftig fortzusetzen.

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