Mitarbeitergesundheit im Home Office

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Das Mobile Arbeiten von zuhause hat Auswirkungen auf die Mitarbeitergesundheit. Im Home Office teilen sich Mitarbeiter ihre Zeit selbstständiger ein, viele mit Gewinn. Andere leiden unter fehlenden Strukturen, so das Ergebnis einer Umfrage, die das IT-Unternehmen Citrix in Auftrag gab (Foto: Bellahu123, pixabay.com)

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Home Office zu senden, fällt vielen Behörden nicht leicht. Zum Verwaltungs- und Technik-Aufwand gesellt sich die wichtige Frage: Wie gesund ist das Home Office wirklich? Oliver Ebel von Citrix präsentiert aktuelle Zahlen, die überraschen.

Citrix hat 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt, wie sie mit dem Home Office während der Corona-Zeit zurecht gekommen sind. Eine oft vorgebrachte Kritik am Home Office lautet, dass abseits von Strukturen und Stundenerfassung oft mehr gearbeitet werden muss. Und tatsächlich: Ein Drittel der Befragten arbeitete mehr, im Schnitt 1,5 Stunden. Allerdings arbeiteten die meisten Menschen ebenso lange im Home Office wie im Büro (47%) und sparten sich dabei die An- und Abreise. Jeder Fünfte konnte im Home Office sogar Zeit sparen und arbeitete im Schnitt 1,5 Stunden weniger! Die gewonnene Zeit verbrachten die meisten Menschen mit mehr Schlaf, mehr Sport oder mit Hingabe an ihre Hobbies.

Flexibler und vermischter Alltag

Ein weiteres Vorurteil lautet, im Home Office vermische sich Privates mit Geschäftlichem. Und tatsächlich: Für einige Menschen stellt das Abschalten eine Herausforderung: 28 Prozent haben Probleme, rechtzeitig Feierabend zu machen. Jeder Fünfte schafft es nicht – und verschiebt den Arbeitsschluss in den späten Abend. Auf der anderen Seite kommt mit der Freiheit auch der Vorteil, dann zu arbeiten, wenn es gut in den Tag passt: Die Mehrheit der Befragten (51%) freute sich über die große Flexibilität, die 24 Prozent dazu nutzten, effizienter zu arbeiten und mehr Zeit für andere Dinge im Leben zu schaffen.

Produktivität steigt, Kontrolle schwindet

77 Prozent arbeiten im Home Office gleich produktiv oder produktiver als im Büro. Das ist ein weiterer Effekt der gewonnenen Freiheit, Arbeiten sinnvoll zu erledigen statt nach einem starren Hierarchiemuster: Knapp ein Drittel der Befragten (30%) gab an, die temporäre Abschaffung der traditionellen Bürohierarchie habe sie deutlich produktiver gemacht. Allerdings verliert der Arbeitgeber auch leichter die Kontrolle über die Art und Weise, wie gearbeitet wird. Über ein Drittel (36%) nutzen im Home Office Software und Tools, die von der IT-Abteilung nicht genehmigt oder sogar explizit verboten wurden. Produktivität und Effizienz sind den Nutzern wichtiger als Sicherheit – das zeigt das Home Office einmal mehr.

Freiheit stärken, soziale Räume bieten

Im Home Office teilen sich Mitarbeiter ihre Zeit selbstständiger ein, viele mit Gewinn. Andere leiden unter fehlenden Strukturen. Hier kann der Arbeitgeber helfen – etwa mit Rahmenvorgaben, die auch im Home Office gelten. Doch was Menschen im Home Office am meisten vermissen, das sind ihre Kollegen: 64 Prozent denken gerne an die soziale Atmosphäre im Büro. Am Ende zählt das Gleichgewicht: Zwischen Vertrauen und Kontrolle, zwischen Struktur und Freiheit, zwischen Arbeit und sozialem Beisammensein.

Über die Befragung

OnePoll befragte im Auftrag von Citrix 7.500 Büroarbeiter mittlerer und großer Unternehmen in Deutschland, den USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Frankreich und den Niederlanden, die wegen der aktuellen Situation von zuhause arbeiten. Die Befragung wurde im April und Mai 2020 durchgeführt.

Verfasser des Gastbeitrages ist Oliver Ebel, Area Vice President DACH bei Citrix.

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