Einsatz in Mali im Zeichen von Corona

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Überall winken uns die Kinder und Erwachsenen zu. (Foto: BS/Gerrit Hohmann)

Der Auslandseinsatz mit der Bezeichnung “European Union Training Mission” (EUTM) im westafrikanischen Mali, an dem ich aktuell als Presseoffizier partizipiere, ist – und damit unterscheidet sich diese Mission von vielen anderen – eine reine Ausbildungsmission. Der Schwerpunkt des deutschen Missionsbeitrags liegt in der Sicherstellung und Gewährleistung der entsprechenden vorgesehenen Pionier-, Logistik- und Infanterieausbildung von malischen Soldaten. Dies geschieht auf Wunsch des malischen Staates.

Der Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern Malis sind aufgrund der Pandemie-Situation begrenzt. Wir achten sehr darauf, dass wir die Standards bezüglich der Abstände, der Benutzung von Masken und Handschuhen einhalten, um auf diesem Weg einen größtmöglichen Schutzfaktor für alle Beteiligten und die Bevölkerung gewährleisten zu können.

Die Malier selbst informieren die Bevölkerung mit großen Werbeplakaten an allen Hauptstraßen, die über die Gefahren von COVID-19 aufklären oder ständigen Hinweisen über die Medien und via SMS im malischen Mobilfunknetz.

Etwas, das uns als Kontingent in der heutigen Zeit von Corona trotz der großen Herausforderung immer wieder auf das Neue freut: Wenn wir draußen mit unseren Fahrzeugen unterwegs sind, dann bringen die Menschen uns eine sehr große Freundlichkeit und Sympathie entgegen. Überall winken uns die Kinder und Erwachsenen zu. Dies erinnert uns daran, warum wir hier in der Sahelzone präsent sind und uns den Gefahren stellen.

Wir werden damit der Verantwortung gegenüber unserem Gastland gerecht. Die Bundeswehr ist hier, um zu helfen und zu unterstützen, auch und gerade in schwierigen Zeiten und in einer sicherheitspolitisch betrachtet gefährdeten und gefährlichen Region.

Wir sind als Bundeswehr nicht allein in Mali. Unser Einsatz bzw. Beitrag ist mit den Partnerstaaten innerhalb der Europäischen Union und weiteren Partnerländern eng abgestimmt. Das ist das Kennzeichen bezüglich der zweckmäßigen Aufgabenteilung innerhalb eines Bündnisses oder einer gemeinsamen Vorgehensweise auf internationaler Ebene: Nicht jeder muss immer alles machen oder können. Man ergänzt sich, unterstützt sich und arbeitet international als Partner gemeinsam an einem Ziel. Miteinander Füreinander. Das schließt ausdrücklich das jeweilige Gastland vollumfangreich mit ein.

Die Truppe selbst, dieses erlebe ich in den Gesprächen mit meinen Kameradinnen und Kameraden, sieht übrigens die Fürsorgemaßnahme des Ministeriums und der Bundesregierung absolut positiv. Die Einschränkungen durch die Isolation, auch vor dem Einsatz, waren wirklich hart – für mich bedeutete dies, dass der Kontakt nach Hochheim und Frankfurt, zu Freunden und Familie, nur sehr eingeschränkt möglich war. Eine richtige Verabschiedung aufgrund der Abwesenheit über Monate hinweg fand nicht stand. Nur das Nötigste konnte gegebenenfalls vor dem Einsatz erledigt werden. Dies ging nicht nur mir so, sondern jedem, der jetzt im 22. Kontingent hier in Mali seinen Dienst verrichtet. Das Besondere dabei: Jede und jeder von uns weiß, warum wir für unser Land, im Auftrag unserer Bundesregierung und des Bundestages in der Sahelzone dienen.

Hauptmann Gerrit Hohmann, Verfasser des Beitrages, ist Public Affairs Officer des 22. Deutschen Einsatzkontingents EUTM Mali am Standort Koulikoro.

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