Antisemitismus-Lagebild erstellt

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Seine Behörde hat ein Lagebild zum Antisemitismus herausgebracht: Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). (Foto: BS/Giessen)

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat ein phänomenübergreifendes Lagebild zum Antisemitismus veröffentlicht. Enthalten sind allerdings nur verfassungschutzrelevante Ausprägungen des Phänomens.

Das Lagebild zeigt, dass Judenfeindschaft grundsätzlich in allen extremistischen Phänomenbereichen verbreitet ist. Das gilt sowohl für Rechtsextremisten als auch für “Reichsbürger”, “Selbstverwalter”, Islamisten, Ausländerextremisten und Linksextremisten. Antisemitisches Gedankengut ist in den einzelnen Extremismen aber in unterschiedlichem Ausmaß und in verschiedenen Erscheinungsformen virulent. Die aktuell bedeutendste Form stellt laut BfV derzeit der antizionistische Antisemitismus dar. Und noch etwas ist offenkundig: vor allem das Internet ist ein wesentlicher Dynamisierungsfaktor für die Verbreitung antisemitischer Inhalte.

BfV-Präsident Thomas Haldenwang erklärte in diesem Zusammenhang: “Antisemitismus ist schon immer eine erstaunliche Gemeinsamkeit von verschiedenen Demokratiefeinden gewesen.” Das moralisch Unsagbare sei sagbar geworden, warnte er. “Es ist erschreckend, dass sich die antisemitischen Gewalttaten zwischen 2017 und 2019 verdoppelt haben”, so Haldenwang weiter.

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