Videoschutzkonzept vorgestellt

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Präsentierte das neue Videoschutzkonzept in Saarbrücken: Innenminister Klaus Bouillon (CDU). (Foto: BS/Ministerium für Inneres, Bauen und Sport des Saarlandes)

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hat das neue Videoschutzkonzept für die Landeshauptstadt Saarbrücken präsentiert. Dabei wurde die Videobeobachtung zu einem Videoschutz ausgebaut. Tragend waren zwei Überlegungen.

Zum einen soll der Videoschutz sowohl der Gefahrenabwehr als auch der Strafverfolgung dienen. Zum anderen soll die Einsatztaktik die erforderliche Technik bestimmen und nicht umgekehrt. Wenn alle Ausbaustufen des Projekts in Saarbrücken umgesetzt sind, werden 39 Kameras mehrere “Hotspots” in der Innenstadt überwachen. Die meisten der Kameras sind mit Festoptiken ausgestattet. Dadurch werden hochauflösende Aufnahmen der überwachten Areale und von deren Zu- und Abgängen möglich. Hinzu kommen sogenannte Pan-Tilt-Zoom-Kameras, die Detailaufnahmen von Personen und vom Geschehen erlauben. Zusätzliche hemisphärische Kameras verbessern die Übersichtlichkeit, da sie eine Rundumsicht bieten.

Alle Bilder laufen in einer Videobeobachtungszentrale zusammen. Die Aufnahmen werden 14 Tage lang gespeichert und dann gelöscht, sofern sie nicht zur Verfolgung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten von erheblicher Bedeutung notwendig sind. Eine Live-Beobachtung der Bilder findet allerdings nicht rund um die Uhr, sondern nur an Belastungszeiten der örtlich zuständigen Polizeiinspektion Saarbrücken-Stadt statt.

Auswertung nicht durch Polizeivollzugskräfte

Der Videostandort am Saarbrücker Hauptbahnhof ist mit mehreren starken LED-Strahlern ausgestattet. Diese können bei Bedarf aktiviert werden, um Täter zu verunsichern, die Qualität der Videobilder bei ungünstigen Lichtbedingungen zu verbessern und Opfern sowie Einsatzkräften mehr Sicherheit zu verschaffen. Außerdem wurden Lautsprecher installiert, um Täter und Opfer direkt durch die Polizei ansprechen zu können.

Analysiert werden die Aufnahmen – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – nicht durch Polizeibeamte, sondern durch speziell geschulte Mitarbeiter des Polizeilichen Ordnungsdienstes. Dazu sagte Bouillon: “Hintergrund ist, dass wir Videobeobachterinnen und -beobachter einsetzen wollen, die quasi unbelastet durch Erfahrungen die Aufnahmen sehen.” Die Entscheidungen über polizeiliche Maßnahmen bleibe allerdings ausschließlich Polizeivollzugsbeamten vorbehalten. Die Videobeobachter werden zwei Wochen lang an der Fachhochschule für Verwaltung fortgebildet.

Am Wiesbadener Hauptbahnhof wurde unterdessen eine Videoschutzanlage komplett erneuert.

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