gesund.bund.de gelauncht

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(Bild: Bundesministerium für Gesundheit)

Heute ging das erste unabhängige nationale Gesundheitsportal gesund.bund.de online. Bürgerinnen und Bürger sollen auf diesem zentralen deutschen Internetportal Informationen rund um die Fragen zur Gesundheit finden. Ein Mammutprojekt. Ein Beitrag über den Nutzen, die Herausforderungen und die besondere Rolle eines solchen Portals in Zeiten von Covid-19.

Zwei Drittel der Deutschen “googeln” nach ihrem Arztbesuch Informationen zu den Befunden. Die Zahl der Anbieter von Gesundheitsinformationen im Netz ist groß, die Qualität aber höchst unterschiedlich. Fehlinformationen und falsche, selbstgestellte Diagnosen sind dabei häufig die Folge. Hinzu kommt ein wachsender Markt mit kommerziell genutzten Gesundheitsdaten, bei dem die Nutzer oft nicht erkennen, was mit ihren Daten geschieht.

Die Notwendigkeit für ein unabhängiges Gesundheitsportal ist daher groß. Ende 2019 erfolgte der Startschuss für die Konzeption und die Umsetzung eines derartigen Portals in einer ersten Ausbaustufe.

Was ist das Besondere an gesund.bund.de und was sind die Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger?

Gerade die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig seriöse Gesundheitsinformationen sind. Daher wollen wir eine zentrale Plattform schaffen, die verständliche, zuverlässige und vor allem unabhängige und werbefreie Gesundheitsinformationen enthält. Es gibt mehr und mehr Portale und Foren, die eine Orientierung auf der Suche nach Antworten sehr schwierig machen. Und gerade beim Thema Gesundheit, bei dem die meisten Menschen auf einen Rat angewiesen sind, ist es uns wichtig, die Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen. Wir möchten ihnen dabei helfen, ihre Gesundheitskompetenz zu fördern, ihre Selbstbestimmung als Patientin und Patient zu stärken und sie dabei unterstützen, dass sie aktiv an der eigenen Behandlung und damit auch am Behandlungserfolg mitwirken können.

Wird über das Portal auch die elektronische Patientenakte (ePA) verfügbar sein?

Ja, es ist geplant, das Portal und die elektronische Patientenakte zu verknüpfen. Wann das sein wird, ist allerdings noch nicht ganz absehbar.

Wie stellen wir die Unabhängigkeit der Informationen sicher?

Das Gesundheitsportal gesund.bund.de ist auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit entstanden, das auch als Herausgeber fungiert. Das Portal verfolgt keinerlei kommerzielle oder politische Interessen. Die Redaktion von gesund.bund.de ist nicht Bestandteil des Bundesministeriums für Gesundheit. Sie besteht aus Redakteurinnen und Redakteuren mit medizinischem, gesundheits- und wissenschaftlichem Hintergrund und aus Redakteuren mit Erfahrung bei der Erstellung von anschaulich gestalteten Medien und gut verständlichen Inhalten. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen und die Prüfung durch Expertinnen und Experten sind ein wichtiger Bestandteil der redaktionellen Arbeit und Qualitätssicherung. Die Redaktion von gesund.bund.de ist verpflichtet, wissenschaftlich fundierte, neutrale und allgemein verständliche Gesundheitsinformationen für Bürgerinnen und Bürger anzubieten. Um diesem hohen Qualitätsanspruch umfassend gerecht zu werden, arbeitet die Redaktion eng mit ausgewählten wissenschaftlichen Einrichtungen und Partnern zusammen.

Wie erfolgt die Contenterstellung und welche Partner sind involviert?

Wir werden mit einer kleinen Anzahl an wissenschaftlichen Partnern starten. Dazu zählen das Robert Koch-Institut (RKI), das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) sowie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nach und nach werden wir den Kreis der Partner erweitern.

Wie hat die Pandemie das Projekt beeinflusst?

Die Pandemie hat uns in der Notwendigkeit des Portals bestätigt, da es wohl kaum mehr Fragen und Verunsicherung sowie Falschinformationen im Netz gab wie seit Beginn der Pandemie. Zudem sprechen wir hier ja von einem digitalen Projekt, sodass wir bis auf das Umplanen einiger Abstimmungen von Konferenzräumen in Videokonferenzen nur inhaltlich um das Thema Covid-19 anpassen mussten. Zudem ist noch ein multimediales Themen-Special hinzugekommen, das sehr anschaulich und interaktiv die wichtigsten Fragen beantwortet. Durch ein interaktives Tool werden die für Laien sehr abstrakten und teils schwer verständlichen Vorgänge des Infektionshergangs visuell veranschaulicht und einfach verständlich erklärt. Inhalte solcher Art werden in Zukunft vermehrt auf der Plattform zu finden sein, denn sie sind attraktiv, unterhaltsam und bürgernah aufbereitet. Den Grundsatz der Wissenschaftlichkeit haben wir selbstverständlich auch weiterhin im Blick.

Was ist die größte Herausforderung für die Realisierung eines solchen Portals?

Die Komplexität und die Möglichkeiten der Digitalisierung und Individualisierung sind enorm groß. Daraus ergeben sich nicht nur eine Vielzahl an Möglichkeiten sondern auch die Herausforderung, gleich zu Beginn alles abdecken zu wollen und damit den Start des Projektes weiter in die Zukunft verschieben zu müssen. Daher haben wir entschieden, den Auf- und Ausbau des Portals stufenweise zu planen. Auf diese Entscheidung folgte die Definition von Mindestanforderungen und Partnern, die Teil einer ersten Ausbaustufe sein müssen, ohne Abstriche bei Mehrwert und Qualität bei der Nutzung machen zu müssen. In den folgenden Monaten und Jahren werden wir das Portal um weitere Informationsangebote und Funktionen ergänzen. Im Mittelpunkt stehen hierbei immer die individuellen Bedürfnisse und Fragen der Bürgerinnen und Bürger.

Der Autor des Gastbeitrags ist Christian Klose, Leiter der Unterabteilung “gematik, Telematikinfrastruktur, E-Health” im Bundesministerium für Gesundheit.

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