Hessen schafft Zentrum für Künstliche Intelligenz

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Der Hauptstandort des neuen KI-Zentrums Hessen wird an der TU Darmstadt eingerichtet. (Foto: Hörsaal im Maschinenhaus: Thomas Ott, TU Darmstadt)

In Hessen wurde das Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI-Zentrum Hessen) gegründet. Träger sind 13 Hochschulen verschiedener Typen. Das Land fördert die neue Einrichtung in der fünfjährigen Aufbauphase mit 38 Millionen Euro. Ziel ist es, exzellente Grundlagenforschung mit konkretem Praxisbezug und Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft zu bündeln.

“Darin steckt ein großes wissenschaftliches und wirtschaftliches Potenzial, und damit ist eine große Verantwortung verbunden”, sagt die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn. “Um die Chancen für Wissenschaft, Wirtschaft und die Menschen in Hessen zu nutzen, setzen wir auf die besonderen Stärken der hessischen Hochschulen.”

Praxisbezogen forschen

Das Konzept wurde von den 13 hessischen Träger-Hochschulen gemeinsam entwickelt. Das Zentrum soll als Leuchtturm in der Forschungslandschaft über die Landesgrenzen hinausscheinen, so die Hoffnung. Über 40 Partner aus Forschung Wirtschaft hätten bereits Interesse an der Zusammenarbeit angemeldet, freut sich Dorn.

Besonders wichtig ist den Beteiligten der Transfer zwischen Forschung und wirtschaftlicher Anwendung. Gewonnene Erkenntnisse sollen auch zu konkreten Geschäftsmodellen und Unternehmensgründungen führen. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir sagt: “Künstliche Intelligenz klingt abstrakt und kompliziert. Im Alltag aber begegnet sie uns immer mehr, ob bei der Gesichtserkennung am Smartphone oder bei der Einparkhilfe im Auto. Für die Unternehmen wiederum wird KI zunehmend zu einem Motor für digitale Wertschöpfung. Das wollen wir in Hessen stärken und voranbringen.”

Verantwortungsvoll anwenden

Dabei legt die Landesregierung Wert auf einen verantwortlichen Einsatz der neuen Technik. “Der Einsatz der KI soll den Menschen dienen und sich an klaren ethischen Grundsätzen orientieren”, stellt Hessens Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus, klar. “Entwicklung und Anwendung von KI ist auf Basis einer freiheitlichen, demokratischen, verantwortlichen, transparenten und diskriminierungsfreien Grundhaltung in die Zukunft zu denken.”

Das KI-Zentrum Hessen soll seinen Hauptsitz an der TU Darmstadt und einen Nebenstandort an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt erhalten. Dazu sollen weitere regionale Standorte an den übrigen beteiligten Hochschulen kommen. Mit dem Aufbau werden 20 zusätzliche Professuren geschaffen. Das Zentrum soll für Studiengänge aller Fachrichtungen KI-Module anbieten und eine Graduiertenschule aufbauen.

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