Kampfmittelräumdienst in S-H vergrößert

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Mit neuen Stellen beim Kampfmittelräumdienst in Schleswig-Holstein soll der Bearbeitungsstau verringert werden. (Foto: BS/Feldmann)

Jährlich steigen die Anträge von Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern für Luftbildauswertungen durch den Kampfmittelräumdienst in Schleswig-Holstein. Die Bearbeitungszeit für einen Antrag liegt momentan bei 27-28 Wochen. Deshalb sollen vier zusätzliche Stellen für die Luftbildauswertung geschaffen werden.

Darauf verständigten sich Finanzministerin Schleswig-Holsteins, Monika Heinold (Die Grünen) und ihre Kollegin aus dem Innenministerium, Sabine Sütterlin-Waack (CDU). Eine personelle Stärkung des Kampfmittelräumdienstes hatte es schon im vergangenen Jahr gegeben. Die Stellen würden sich über die Gebühreneinnahmen selbst finanzieren, so Heinold.

Grundstückseigentümer müssen vor Beginn von Tiefbauarbeiten den Baugrund auf Bombenblindgängern untersuchen lassen. Die Untersuchung wird zunächst durch Auswertung der Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg vorgenommen. Bei einem Verdacht findet eine Untersuchung des Kampfmittelräumdienstes vor Ort statt. Die Anträge für eine Auswertung stiegen in den letzten Jahren stark. 2017 verzeichnete der Dienst 2.400 Anträge. 2019 erhöhte sich die Zahl auf über 5.200. Für dieses Jahr werden über 7.000 Anträge erwartet.

Experten gehen davon aus, dass während des Zweiten Weltkrieges 1,3 bis 1,4 Millionen Tonnen Bomben bei Luftangriffen auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen wurden. Da die meisten Fliegerbomben weniger als eine Tonne wogen, wird die Anzahl der Sprengkörper auf eine zweistellige Millionenzahl geschätzt. Zehn bis 15 Prozent der abgeworfenen Kampfmittel sollen nicht detoniert sein und liegen seitdem teilweise metertief unter der Erde. Allein in Schleswig-Holstein gibt es 90 durch Bombenabwürfe kampfmittelbelastete Städte und Gemeinden.

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