Corona-App: Zweifel an Wirksamkeit

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Während das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Datenschutzkonformität der Corona-App steigt, bezweifelt hingegen fast jeder Zweite, dass mithilfe des Tools ein positiver Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet werden könne. (Foto: iXimus/pixabay.com)

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung hat noch immer einen schweren Stand: Zwar hat nach fast drei Monaten im Einsatz das Vertrauen in Funktionalität und Datensicherheit zugenommen, inzwischen bezweifelt aber fast jeder Zweite die Effektivität der App. Das ergab der “eGovernment Monitor 2020”, eine Studie der Initiative D21 und der Technischen Universität München.

Von Anfang an hatte es die Corona-Warn-App der Bundesregierung nicht leicht. Noch ehe sie ihren Weg in die Stores von Apple und Google antreten konnte, wurden Befürchtungen laut, die App könne Daten abzapfen oder sei bei der Bekämpfung des Virus ineffektiv. Wie der “eGovernment Monitor 2020”, eine Studie der Digitalisierungsinitiative D21 und der Technischen Universität München, ermittelt hat, hat sich die Einstellung gegenüber der Warn-App inzwischen jedoch leicht gewandelt.

Befürchtungen um Datenklau rückläufig

So ist die anfängliche Skepsis, die App halte sich nicht an geltende Datenschutzrichtlinien, geringer als noch im Vergleichsmonat Juni. Befürchteten damals 57 Prozent, überwacht zu werden, liegt die Zahl mit 44 Prozent heute deutlich niedriger. Knapp die Hälfte (51 Prozent) der Befragten hat demgegenüber nach wie vor Angst vor Datenmissbrauch, immerhin sieben Prozentpunkte weniger als noch vor drei Monaten. Ein Beleg dafür, dass das Vertrauen in die App gestiegen ist, sehen die Studienmacher darüber hinaus darin, dass mit zwölf Prozent nur noch wenige glauben, ihre Privatsphäre sei durch den App-Gebrauch ernsthaft gefährdet.

Dabei dürfte sich der Faktor Vertrauen als Zünglein an der Waage erweisen, wie der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik (CIO) und Schirmherr des “eGovernment Monitors”, Dr. Markus Richter, betont: “Die Corona-Warn-App arbeitet umso zuverlässiger, je mehr Menschen sie nutzen. Das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer ist daher für ihren Erfolg entscheidend. Mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik werden wir den Betrieb der App weiterhin eng begleiten und zu IT-Sicherheitsfragen beraten. Ich wünsche mir, dass noch mehr Bürgerinnen und Bürger die App nutzen und damit dazu beitragen, das Ansteckungsrisiko für uns alle zu senken.”

Zweifel an Wirksamkeit nimmt zu

Diametral dazu haben sich die Erwartungen, die Pandemie mit Hilfe der Corona-Warn-App in den Griff bekommen zu können, signifikant verschlechtert. Laut Studie erhofft sich derzeit nur noch knapp jeder Zweite einen positiven Effekt vom Einsatz der App; das entspricht einer Abnahme um zehn Prozentpunkte im Vergleich zum Monat Juni. Lediglich 23 Prozent sind der Überzeugung, dass die App zumindest eine Reduzierung der Neuinfektionen bewirken könne. Deutlich positiver stehen die Befragten Funktionalität und Interface gegenüber. Mit 88 Prozent hält die überwiegende Mehrheit der Benutzerinnen und Benutzer die App für leicht bedienbar. Mehr als zwei Drittel ist der Auffassung, durch den Einsatz der App “einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag” zu leisten. Dazu Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Digitalisierungsinitiative D21: “Die Corona-Warn-App hat international positive Anerkennung gefunden. Das ist selten für ein deutsches E-Government-Angebot und ein Erfolg. Ihre Wirkung hängt allerdings von der kritischen Masse an NutzerInnen ab. Um diese Mannschaftsleistung der Menschen muss der Staat mit Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit aktiv werben – gerade auch bei den weniger digital-affinen Menschen.”

Die Studie “eGovernment Monitor” erscheint seit 2011 jährlich und liefert ein Lagebild zum Nutzungsverhalten bei digitalen Verwaltungsleistungen. Für die diesjährige Ausgabe wurden Privatpersonen ab 18 Jahren in einem Zeitraum vom 9. bis 17. Juni sowie vom 20. bis 23. August befragt.

Mehr Informationen gibt es hier.

1 Kommentar

  1. Die Corona-App läuft auf älteren Handys nicht. Wie wäre es mit einer Handy-Prämie, die den Kauf aktueller Handys mit vorinstallierter Corona-App unterstützt?
    Die Netzwerkbetreiber würden bei einer entsprechenden Umtausch-Kampagne nicht zögern mitzumachen. Die Popularität der App würde anschließen sicherlich stark ansteigen 😉

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