„New Normal“ braucht auch neue Ansätze für das Netzwerk

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(Grafik: Gerd Altmann, pixabay.com)

Zuverlässige Netzwerke bilden heute mehr denn je die Grundlage für einen zuverlässigen Betrieb von Unternehmen, Behörden und Institutionen. Das Netzwerk hat aber auch großen Einfluss darauf, wie Bedienstete ihren Arbeitsalltag erleben. Gutes Netzwerk-Design schafft eine gute „Employee Experience“.

Nicht nur für Unternehmen, sondern auch in der Verwaltung stellte sich im Frühjahr die Frage, wie man überhaupt weiterarbeiten kann. Deshalb mussten einfache und pragmatische Lösungen her. So war es oftmals die erste Reaktion, eigene VPN-Kapazitäten auszuweiten, um Remote-Mitarbeiter an die zentralen Ressourcen anzubinden. Langsam zeigt sich aber, dass die Krisensituation noch eine ganze Weile andauern könnte. Außerdem werden Home-Office-Konzepte auch danach wesentlich weiter verbreitet bleiben – davon kann man ausgehen. Auch in diesen verteilten Arbeitsumgebungen von heute muss der Zugriff problemlos funktionieren. Hier gibt es einige Ansatzpunkte, um Netzwerke zu optimieren:

  1. Software-defined WAN (SD-WAN): Im Gegensatz zu alten, statischen Netzwerken, die häufig auf MPLS basieren, erlaubt es die SD-WAN-Technologie, Endanwender dynamisch mit allen Ressourcen zu verbinden, die sie benötigen. Das können virtuelle Apps, Desktops oder digitale Workspaces sein, die in der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum gehostet werden. Außerdem wählt ein SD-WAN automatisch die beste Route für den Datenverkehr aus und verteilt den Traffic über mehrere Pfade, um die Performance zu optimieren. Dadurch wird die SD-WAN-Technologie zu einer Kernkomponente für verteiltes Arbeiten.
  2. Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML): Mit den immer komplexeren Netzwerken von heute stößt die manuelle Administration an ihre Grenzen. Mit den neuen Technologien ML und KI wird nicht nur kontinuierliches Monitoring realisiert, sondern sie sorgen auch für die schnelle Erkennung und Behebung von Anomalien, bevor dadurch ein Schaden entsteht. Fortschrittliche Analysemethoden sorgen auch dafür, die Performanz hochzuhalten, indem immer der optimale Weg für den Traffic automatisch ausgewählt wird.
  3. Sicherheit mit Zero Trust: Traditionelle Sicherheitskonzepte beruhen auf einem Perimeter, an dem zwischen sicherem Innen und gefährlichem Außen unterscheiden wird. Im „New Normal“ lässt sich das so nicht mehr anwenden. Stattdessen muss nun jedes Gerät als potentiell unsicher gelten. Dieser Ansatz sieht ein kontinuierliches Identity- und Access-Management vor. Dazu gehören auch umfassende Analysekapazitäten, die bei ungewöhnlichem Nutzerverhalten Alarm schlagen. Im besten Fall wird das auch um eine automatisierte Reaktion ergänzt (Incident Response).
  4. Priorisierung: Ein Netzwerk der Zukunft muss in der Lage sein, zwischen kritischen und unkritischen Anwendungen zu unterscheiden und den Traffic entsprechend selbstständig zu priorisieren. Dazu gehört es, dass die Konnektivität auch dann aufrechterhalten wird, wenn ein komplettes Rechenzentrum ausfällt.

Der Autor des Gastbeitrags ist Oliver Ebel, Area Vice President DACH Bei Citirx.

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