Knackpunkt Be- und Entfristungen

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(Grafik: AnnaliseArt, pixabay.com)

Gegenseitige Schuldzuweisungen und fortdauernde Streiks prägen derzeit die Verhandlungen über
einen Haustarifvertrag bei dem bundesweit tätigen Dienstleister für Universitäten, uni-assist e. V. Eine Lösung
scheint nicht in Sicht.

“Verdi verhindert durch Forderungen, die weit über den Flächentarifvertrag hinausgehen, immer wieder einen Tarifabschluss für uni-assist e. V.”, kritisiert Claudia Pfeiffer, Geschäftsführerin des kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) Berlin und Verhandlungsführerin auf Arbeitgeberseite. Bei dem Dienstleister, der ausländische Schul- und Hochschulzeugnisse auf deren Vergleichbarkeit mit dem deutschen Bildungssystem überprüft, gibt es bislang noch keinen gültigen Tarifvertrag.

Neben der Anwendung des Tarifvertrages für den Öffentlichen Dienst, der Gewährung einer Jahressonderzahlung und einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit fordert Verdi ein verlässliches und transparentes tarifvertragliches Regelwerk im Umgang mit Befristungen und Entfristungen.

Doch diese letzte Forderung lässt sich nach Ansicht von Pfeiffer nicht erfüllen “Wir haben wiederholt klargestellt, dass die immer wieder geforderten Be- und Entfristungen auf betrieblicher Ebene geklärt werden müssen.” Sowohl der TV-L als auch das Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG) enthalten bereits klare Regelungen.

Das sehen die Beschäftigten anders. Mit 86 Prozent votierten sie gegen die Annahme des letzten Angebotes und machten den Weg frei für weitere Streiks. Sie werfen der Arbeitgeberseite vor, eine Kamikaze-Strategie zu fahren, nach dem Motto “friss oder stirb”. Doch deren Verhandlungsspielraum ist erschöpft.

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