Aktualisierte Angebotsabgabe für TLVS

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Einsatzzentrale und Lenkflugkörper-Startgerät des TLVS (Foto: BS/Portugall)

Das TLVS-Bieterkonsortium (Taktisches Luftverteidigungssystem), ein Joint Venture von MBDA Deutschland und Lockheed Martin, hat Mitte August bekanntgegeben, dass es beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) ein aktualisiertes Angebot eingereicht habe. Das Angebot umfasse Entwicklung, Erprobung, Zertifizierung und Lieferung des taktischen Luftverteidigungssystems.

“Mehr als 80 Unterauftragnehmer werden das TLVS-Programm unterstützen”, sagte Thomas Gottschild, Geschäftsführer der MBDA Deutschland GmbH. “In der Spitze werden über 6.000 hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Realisierung des TLVS profitieren – der Großteil in Deutschland. Vorgesehen ist die Einbeziehung eines breiten Spektrums industrieller Fähigkeiten. Dazu zählen “Systems of Systems”-Engineering, Cyber-Sicherheit, Digitalisierung sowie neueste Radar-, Optik- und Elektrotechnik. Dabei sind an TLVS insbesondere auch kleine und mittlere Zulieferer beteiligt. Mit seinen Fähigkeiten wird das TLVS-Programm die Abwehr aktueller und zukünftiger Bedrohungen aus der Luft sicherstellen”, so der MBDA-CEO. “In den letzten Monaten haben wir Fortschritte bei der weiteren Detaillierung des integrierten Zeitplans, bei den relevanten Spezifikationen sowie den Systemleistungssimulationen erzielt. So konnten wir die Risiken mit Blick auf den späteren Vertrag reduzieren.”

Die aktuellen Bedrohungen erfordern ein mobiles, vollständig 360-Grad-fähiges integriertes Luftverteidigungssystem, das auf einer offenen, vernetzten Architektur basiert. Nur das TLVS verfüge nach Unternehmensangaben über diese Fähigkeiten und lasse sich schnell an das sich ständig ändernde Bedrohungsspektrum anpassen.

“Das TLVS-Joint-Venture zwischen MBDA Deutschland und Lockheed Martin unterstützt grundlegende deutsche Sicherheitsinteressen und basiert auf der langjährigen und vertrauensvollen Partnerschaft mit Deutschland”, ergänzte Scott Arnold, Vice President, Integrated Air and Missile Defense bei Lockheed Martin Missiles and Fire Control. “Es werden Arbeitsplätze geschaffen, technisches Know-how ausgetauscht und Fähigkeiten entwickelt, die der Industrie auf beiden Seiten des Atlantiks zugutekommen”, so der Lockheed Martin-Manager. “TLVS ist ein nachgewiesen fortschrittliches System, das die deutschen Verteidigungsfähigkeiten weiterentwickeln und Deutschland befähigen kann, seine Rolle als NATO-Rahmennation für die Luftverteidigung und Raketenabwehr wahrzunehmen.”

Mit TLVS sollen die auf Sektoren beschränkten deutschen “Patriot”-Systeme ersetzt werden, die in den späten 1960-er Jahren entwickelt wurden, wenn es nach MBDA und Lockheed Martin geht. Durch zwei missionsspezifische Effektoren soll TLVS Schutz vor einem breiten Bedrohungsspektrum bieten. Es beinhalte wesentlich verbesserte Sensoreigenschaften für Langstreckeneinsätze und ein neues Kommunikations- und Gefechtsführungssystem zur Unterstützung einer verbesserten Interoperabilität sowie “Data Fusion” und Cyber-Resilienz.

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