Neuer Regierungsflieger für die Flugbereitschaft

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Der erste Airbus A350 – hier bei der Vorstellung auf der Pariser Luftfahrtmesse – ist der Flugbereitschaft des BMVg übergeben worden. (Foto: BS/Portugall)

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) übernahm Ende August das erste Langstreckenflugzeug eines modifizierten Airbus A350-900 bei einem Festakt von der Lufthansa Technik AG am Flughafen Hamburg. “Ich freue mich auf jeden Fall auf diesen neuen Flieger. Er wird die modernsten Standards auch von Klimaanforderungen und Umweltanforderungen erfüllen”, sagte die Ressortchefin in dem auch als “Jumbo-Halle” bezeichneten Hangar 7.

“Wir sind damit die Bundesregierung, die Staatsregierung, die das modernste Flugzeug in ihrer eigenen Flotte hat”, so Kramp-Karrenbauer. Das Flugzeug werde die weltweite Mobilität der Regierung noch besser als zuvor gewährleisten. Zudem seien vom Kaufbeschluss bis zur Übergabe nur anderthalb Jahre vergangen.

“Wir sind stolz, der Bundesverteidigungsministerin heute höchstpersönlich das neue Flaggschiff für die Flugbereitschaft der Bundesregierung präsentieren zu dürfen”, betonte Johannes Bußmann, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Technik AG.

Generalleutnant Ingo Gerhartz, der Inspekteur der Luftwaffe, und Rüstungsstaatssekretär Benedikt Zimmer nahmen den neuen Regierungsflieger, der Maßstäbe für den Klimaschutz setzen soll, ebenfalls in Augenschein. Gebaut wurde das Passagierflugzeug im südfranzösischen Toulouse.

Übergeben wurde der A350 zunächst mit einer sogenannten Interimskabine. Die Zwischenlösung war wegen der Coronavirus-Pandemie notwendig geworden. Die Interimskabine soll später durch die endgültigen Installationen ersetzt werden. Einen Arbeitsbereich und große Besprechungsräume soll es dann an Bord des Regierungsflugzeugs geben. Zusätzliche Sanitäreinrichtungen werden ebenfalls eingebaut.

Der A350 war seit Mai für die Bedürfnisse der Regierung umgebaut worden. Auf die Anfrage des Behörden Spiegel, ob die neue Regierungsmaschine besondere Schutzvorrichtungen wie Täuschkörper (sogenannte “Flare Dispenser”) und Störsender besitze, erklärte die Luftwaffe, dass sie sich dazu aktuell nicht äußern könne. Auch wenn der A350 keine “Air Force One” des US-Präsidenten ist, so kann man sicherlich davon ausgehen, dass der Airbus über Schutzvorkehrungen verfügt, die über normale Passagierflugzeuge hinausgehen.

Zwei weitere Exemplare sind gerade im Zulauf. Der erste A350-900 soll Ende September von der Flugbereitschaft in Betrieb genommen werden. Bis dahin werden die Crews für das neue Flugzeug geschult, auch Testflüge stehen noch an. Die Bundeswehr hatte die drei modernen Airbus-Modelle im Frühjahr des vergangenen Jahres bestellt. Zuvor waren bei den jahrzehntealten Regierungsflugzeugen des Vorgängermodells A340-300 technische Probleme aufgetreten. Wiederholt mussten die Flugzeuge am Boden bleiben. In ihrer Rede betonte die Ministerin deshalb, dass es so nicht weitergehen konnte.

Daher war beschlossen worden, neue Flugzeuge für die Langstrecke zu beschaffen. Der nun ausgelieferte Airbus A350 wird die beiden älteren Flugzeuge zunächst ergänzen, seine Kennung ist “10+03”. Die anderen zwei Airbusse A350 mit den Kennungen “10+01” und “10+02” sollen 2022 an die Flugbereitschaft übergeben werden. Die beiden A340 werden dann außer Dienst gestellt.

Der A350-900 wurde von Airbus als Konkurrenzmodell zur Boeing 777 und zur Boeing 787 entwickelt und soll den A340-300 ersetzen. Der neue Jet hat eine Länge von 67 Metern und eine Reichweite von etwa 15.000 Kilometern. Die beiden von der Lufthansa stammenden Langstreckenmaschinen des Typs Airbus A340-300 waren nach einer technischen Generalüberholung und einem Innenumbau im März und August 2011 von der Luftwaffe in Betrieb genommen worden – mit den taktischen Kennzeichen 16+01 (“Konrad Adenauer”) und 16+02 (“Theodor Heuss”).

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