Stadionallianzen kommen

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In Nordrhein-Westfalen wurden mehrere Stadionallianzen mit verschiedenen Fußballvereinen für ihre Stadien geschlossen. (Foto: BS/Allie_Caulfield, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Die nordrhein-westfälische Polizei sowie die neun Vereine der ersten und zweiten Fußballbundesliga im bevölkerungsreichsten Bundesland haben die Bildung von Stadionallianzen gegen Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen vereinbart. Geschlossen werden die Allianzen zwischen der örtlichen Polizeibehörde und dem jeweiligen Verein.

Es beteiligen sich die Vereine Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, FC Schalke 04, 1. FC Köln, Bayer 04 Leverkusen, Arminia Bielefeld, SC Paderborn, VfL Bochum und Fortuna Düsseldorf. Die Allianzen beinhalten neben landesweit einheitlichen Standards, die für alle Allianzen gelten, den Austausch und die Abstimmung individueller Sicherheitsmaßnahmen an jedem der neun Spielorte sowie Beratung und Prävention von Gewalt. Es geht insbesondere um einen regelmäßigen Austausch, gemeinsame Übungen, Abstimmungen sowie klare Ansprechpartner.

Innenminister Herbert Reul (CDU), der den Vertrag stellvertretend für die Landespolizei unterzeichnete, sagte: “Wir gehen damit ein seit Jahrzehnten bestehendes Problem an. Enger Austausch und Kooperation sind die Schlüssel für weniger Gewalt im Fußball.” Es sei nicht zu akzeptieren, “dass uns der Fußball, diese schönste Nebensache der Welt, von Hooligans, Rassisten und Chaoten kaputtgemacht wird”.

Gewaltbereitschaft nimmt kontinuierlich zu

Hintergrund für die Vereinbarung ist die ständig wachsende Gewaltbereitschaft im Zusammenhang mit Fußballspielen. So wurden während der Saison 2018/2019 am Rande von Partien in Nordrhein-Westfalen 276 Menschen verletzt und 1.615 Strafverfahren eingeleitet. Die Landespolizei musste 530.000 Arbeitsstunden zur Absicherung von Fußballspielen in den ersten vier Ligen aufbringen. Reul ist jedoch dagegen, die Kosten dafür den Vereinen in Rechnung zu stellen. “Man löst nämlich kein Problem, indem man die Verantwortung dafür verschiebt. Lösen können wir das Gewaltproblem im Fußball nur gemeinsam, mit abgestimmten Maßnahmen der Polizei, der Vereine und allen weiteren Netzwerkpartnern, im regelmäßigen Austausch auch mit den Fans, die ich ausdrücklich mit einbeziehe”, so der Düsseldorfer Ressortchef weiter.

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