Unger muss gehen

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Christoph Unger scheidet Ende des Monats als Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) aus dem Amt. (Foto: BS/Dombrowsky)

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, muss Ende September seinen Posten räumen. Anlass der Entscheidung sollen die Probleme beim ersten deutschlandweiten Warntag seit 30 Jahren gewesen sein. Nach Informationen des Behörden Spiegel sollen diese allerdings nur das i-Tüpfelchen gewesen sein.

Unter Unger sei das Verhältnis des BBK zu den Ländern und zu den Hilfsorganisationen zunehmend zerrüttet gewesen, lautet der zentrale Vorwurf. Hochrangige Vertreter des Bundesinnenministeriums (BMI) sollen zur Begründung für die Ablösung Ungers hingegen das angeblich nicht ausreichende Engagement des BBK in der Corona-Krise und einen kritischen Pressebericht über die Bundesoberbehörde angeführt haben. Außerdem soll eine Ausarbeitung des BBK über mögliche Reformen hin zu einer Zentralstellenfunktion für das Amt im BMI nicht überzeugt haben. Ein Nachfolger soll bereits in Auge gefasst geworden sein, ist namentlich jedoch noch nicht bekannt.

Zum Hintergrund: Beim deutschlandweiten Warntag war der Probealarm aufgrund technischer Probleme fehlgeschlagen. Die bundesweite Meldung des Modularen Warnsystems (MoWaS) konnte nur verspätet zugestellt werden. Grund dafür war eine nicht vorgesehene zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen über das System. Im Vorfeld war eigentlich mit allen Partnern vereinbart worden, dass nur der Bund die Warnung über MoWaS auslöst. Einige Bundesländer versendeten allerdings selbst Warnmeldungen über das System. So konnten auch Warn-Applikationen wie NINA oder KATWARN nicht wie vorgesehen warnen. Probleme traten auch mit Sirenen auf.

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