Katastrophenschutz auf dem Prüfstand

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Bei der Landeskatastrophenschutzübung "Schöna 2019" wurde ein Massenanfall von Verletzten (MANV) mit rund 300 Personen simuliert. (Foto: BS/THW, André Jakob)

Der Katastrophenschutz in Sachsen weist einige strukturelle und organisatorische Schwachstellen auf. Dies ist das Ergebnis der nun veröffentlichten Auswertung der Landeskatastrophenschutzübung “Schöna 2019”.

Bei der Übung wurde ein Massenanfall von Verletzten (MANV) im Zuge eines Zugunfalls simuliert. Sie fand an der Bahnstrecke Dresden-Prag im Grenzgebiet zur Tschechischen Republik statt. Im schwer zugänglichen Gebiet musste ein Massenunfall mit rund 300 Personen bewältigt werden. An der Übung beteiligten sich u. a. der Landesverband Sachsen/Thüringen des Technischen Hilfswerk (THW), die Landesverbände der Hilfsorganisationen, das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen und Vertreter der tschechischen Feuerwehr und Rettungsdienst.

Die Landesdirektion Sachsen (LDS), die mit der Planung, Durchführung und Evaluation betraut war, sieht bei der insgesamt sehr erfolgreichen Übung Potenzial für einige Verbesserungen. Die LDS mahnt u. a., die Planungen für MANVs mit mehr als 50 Verletzten zu vereinheitlichen. Dies solle unter Berücksichtigung der überregionalen Hilfeleistungspotenziale geschehen und diese aktiv in die Vorbereitungen einbinden. Außerdem wird die Einführung eines einheitlichen Standards der Kommunikation und Zusammenarbeit empfohlen. Dies sollte durch ein elektronisches Lageführungs-, Kräfte- und Mittelsystem zur Darstellung der Lage gestützt werden. Ebenso bedürfe es einer Überarbeitung und Aktualisierung der Vorschriften im Katastrophenschutz. Konkret hat die Übung auch eine nicht ausreichende Digitalfunkabdeckung im Übungsgebiet offensichtlich gemacht.

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