Premiere beim Robotik-Zentrum

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Der Robotikleitwagen (RobLW) ist eine Weltneuheit. (Foto: BS/Klawon)

Die Projektpartner des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums (DRZ) und Fachkräfte der Feuerwehr Dortmund haben einen neuartigen Robotikleitwagen (RobLW) entwickelt und nun der Öffentlichkeit präsentiert. Mit einer feierlichen Übergabe an die Feuerwehr Dortmund wird das Fahrzeug dort in den Dienst gestellt und in der Praxis erprobt.

Der RobLW bündelt die Informationen, die von den Sensoren und Kameras der Drohnen und Bodenrobotern gesammelt werden, und bereitet diese zu einem Lagebild auf. Dafür stehen den Einsatzkräften eine Software und ein Server für die Erstellung von 3D-Modellen zur Verfügung. An zwei modern ausgestatteten Arbeitsplätzen im RobLW können die Feuerwehrleute die Drohnen und Roboter steuern. Zudem ist das Fahrzeug komplett autark von anderen Stromquellen und Funkanbindungen. Außerdem wird der Leitwagen zum Transport von Bodenrobotern und Drohnen sowie deren Zubehör eingesetzt.

Kombination aus Forschungsobjekt und Einsatzfahrzeug

Projektkoordinator Stefan Grobelny vom Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie (IFR) der Feuerwehr Dortmund erläuterte: “Der Leitwagen ist eine Kombination aus Forschungsobjekt und Einsatzfahrzeug. So können die Forschungsergebnisse auch im Einsatz sofort getestet werden. Dies bietet Vorteile für die Feuerwehr und die Entwickler.” Dem stimmt Oliver Nestler, Städtischer Branddirektor der Feuerwehr Dortmund, voll umfänglich zu und bekräftigt das Engagement seiner Behörde beim DRZ. “Wir wollen die Entwicklung beeinflussen, sodass die Forschung praxisorientiert vorangeht. Nichts ist schlimmer als Praxisferne.” Nestler prophezeit auch einen immer stärkeren Einsatz von Rettungsrobotern. “Wir haben eine rasante Entwicklung in diesem Feld. Wenn man fünf Jahre zurückdenkt, hatten wir einen Stand mit den Drohnen, wie wir ihn jetzt mit Robotern haben. Drohnen sind jetzt ein normales Einsatzmittel, das regelmäßig eingesetzt wird.” In den nächsten fünf bis zehn Jahren werde viel auf dem Feld der Rettungsrobotik geschehen. 

Prof. Dr. Thomas Straßmann, Vorstandsmitglied im DRZ, sieht aber noch einige Hürden für den weiteren Einsatz von Drohnen und Robotern. Während die Sensor- und die Kameratechnik sehr weit fortgeschritten seien, bedürfe es noch weiterer Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Bisher würde nur schwache KI eingesetzt werden. Das bedeutet, dass die Drohnen noch größtenteils eine menschliche Steuerung benötigen und noch nicht selbstständig Informationen sammeln. Ebenso sei noch keine Standardisierung und Normierung von Technik und Ausbildung vorhanden. Doch dies seien alles Themen, die das DRZ vorantreiben wolle.

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