Wolski meint

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Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Mitarbeiter des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

Das gewollte Eindringen in eine “Air Defence Identification Zone“, also in eine Luftverteidigungszone eines souveränen Staates, ist ein aggressiver Akt. Im Kalten Krieg bestand diese sog. ADIZ westlich und ostwärts der innerdeutschen Grenze – und wurde von beiden Seiten weitestgehend eingehalten. Dass die sog. Volksbefreiungsarmee Chinas nun offensichtlich mit Flugzeugen während Militärmanövern mit Wissen und Wollen in die ADIZ Taiwans eingedrungen ist, ist zu verurteilen.

Das ist der politische Anteil, die Reaktion des Westens fällt eher schwach aus. Der operativ-strategische Teil ist, dass die rotchinesische Luftwaffe mit einer solchen Operation natürlich die Leistungsfähigkeit der Luftverteidigung Taiwans prüfen will, mit Signalaufklärung, elektronischer Aufklärung und Bildaufklärung. Das notwendige Anschalten der Luftverteidigungsradars Taiwans mit den entsprechenden Frequenzen und Führungskreisen und die Alarmierungen – das ist das eigentlich Interessante für China. Nach dem zunehmenden Druck auf Hongkong und nach der jüngsten Provokation von Taiwan sollten wir alarmiert sein. In beiden Fällen dürfen wir nicht wegschauen.

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