Digitalisierung für den Klimaschutz

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Ein Großteil der Deutschen ist überzeugt: Digitale Technologien können die Klimabilanz positiv beeinflussen. (Grafik: geralt, pixabay.com)

Digitale Technologien können eine positive Wirkung auf die Klimabilanz haben. Zumindest sind 56 Prozent der Deutschen laut einer neuen Umfrage von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. dieser Meinung. Den Befragten zufolge liegen die größten Klimaschutzpotenziale in den Bereichen Mobilität (32,8 Prozent), Industrie 4.0 (20,5 Prozent) und dem Arbeiten im Homeoffice (17,3 Prozent).

Oliver Süme, eco Vorstandsvorsitzender, zu den Ergebnissen: “Die Digitalisierung hält enorme Lösungspotenziale für mehr Energie- und Ressourceneffizienz bereit. Die Politik sollte daher gemeinsam mit der Internetwirtschaft Konzepte und Strategien für digitalen Klimaschutz entwickeln. Mithilfe energieeffizienter und vernetzter Maschinen, Telematik und Mobilitätskonzepten sowie smarten Tools fürs Homeoffice und -schooling kann die Internetwirtschaft einen entscheidenden Schritt zu mehr Nachhaltigkeit beitragen.”

Den Einfluss digitaler Infrastrukturen auf eine verbesserte Klimabilanz erkannten lediglich 7,7 Prozent der Befragten. “Viele Menschen habe das Potenzial und die Notwendigkeit digitaler Infrastrukturen noch nicht erkannt, obwohl diese das Rückgrat der Digitalisierung und damit auch die Voraussetzung für alle weiteren Bereiche wie eben vernetzte Mobilität, Industrie 4.0 und mobiles Arbeiten ermöglichen”, sagt Dr. Béla Waldhauser, Sprecher der unter dem Dach des eco Verbands gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland.

Mit Bezug auf die von Bundesumweltministerin Svenja Schulze vorgestellten Pläne für mehr Energie- und Ressourceneffizienz digitaler Infrastrukturen, warnt Waldhauser davor, die darin enthaltenen Potenziale nicht ausreichend in energiepolitische Konzepte miteinzubeziehen. So würden Rechenzentren zwar Energie verbrauchen, man müsse aber auch die enormen Einsparpotenziale, die digitale Dienste bieten, miteinbeziehen. Für einen flächendenkenden klimaneutralen Betrieb von Rechenzentren in Europa bis 2030 müsse vor allem die Energiewende in Deutschland beschleunigt werden.

Die Betreiber digitaler Infrastrukturen setzten sich laut Waldhauser seit Jahren für mehr Nachhaltigkeit ein, wodurch deutsche Rechenzentren im internationalen Vergleich bereits heute zu den energieeffizientesten zählten.

Allianz-Sprecher Waldhauser sieht aber auch Verbesserungspotenzial: “Bislang haben Rechenzentren noch viel zu wenige Möglichkeiten, ihre Abwärme in Nah- oder Fernwärmenetze einzuspeisen, weil dies für Netzbetreiber schlichtweg nicht attraktiv genug erscheint – hier kann die Politik beispielsweise mit Abnahmeverpflichtungen Abhilfe schaffen.”

Der Autor des Beitrags ist Kilian Recht. Er unterstützt neben seinem Studium die Behörden Spiegel Redaktion.

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