Unzureichende Digitalisierung bei BOS

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Als Gründe für die unzureichende technische Ausstattung der Organisationen wie Drohnen werden fehlende Finanzmittel und lange Beschaffungsprozesse genannt. Foto: BS/Klawon)

Laut einer Studie des safety innovation center e. V. hat ein Großteil von Einsatzkräften aus den Feuerwehren, den Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk (THW) das Gefühl, dass die digitale Transformation in ihrer Organisation unzureichend diskutiert werde. Über die Hälfte gab an: Das Thema werde “nie” oder “eher selten” behandelt. Die Studie hatte die Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb) in Auftrag gegeben.

Im Gegensatz dazu sehen rund 95 Prozent der Befragten die Notwendigkeit, die Digitalisierung der eigenen Organisation zu verstärken und voranzutreiben. Rund 40 Prozent der Angehörigen von den Berufsfeuerwehren gaben außerdem an, private Geräte und Software für die Organisation zu nutzen. Bei den Freiwilligen Feuerwehren, den Hilfsorganisationen und dem THW waren es sogar über zwei Drittel der Befragten. Auch bei der Verbreitung von Navigationsgeräten ergab sich eine ungleiche Verteilung. Während bei Berufsfeuerwehren auf rund 40 Prozent der Einsatzfahrzeuge kein Gerät zu finden ist, so sind es beim THW 97 Prozent der Fahrzeuge. Ebenso sind Erkundungsdrohnen nur bei einem Fünftel der Organisationen vorhanden.

Die Ergebnisse der Studie nimmt die vfdb zum Anlass und fordert in einem Offenen Brief an die Politiker von Bund und Ländern die Errichtung eines Kompetenzzentrums für die digitale Transformation in der zivilen Gefahrenabwehr. In dem Zentrum soll die Ermittlung von Bedarfen, die Definition von Datenstandards und Schnittstellen sowie Beratungs- und Unterstützungsleistungen für beispielsweise Organisation und Beschaffung zentral geregelt werden. Als Vorbild könnte dabei das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum (DRZ) dienen. Außerdem schlägt die Vereinigung die Schaffung eines “DigitalPaktes Gefahrenabwehr” vor. Dieser Pakt soll durch Investitionen die Digitalisierung in den Organisationen gezielt fördern und “den Markt für solche Technologien beleben”. Dazu sollen Forschungsvorhaben und Modellprojekte finanziell unterstützt werden. Der Vorschlag sei vergleichbar mit dem “DigitalPakt Schule”. Schlussendlich fordert die vfdb, die digitale Transformation in die Brandschutz- und Rettungsdienstbedarfspläne aufzunehmen. Dies bedeutet eine zusätzliche Zuweisung von personellen und finanziellen Ressourcen.

“Die Studie muss für uns alle eine dringende Mahnung sein, die Digitalisierung in der Gefahrenabwehr intensiv voranzutreiben, damit wir als Einsatzkräfte die Herausforderungen der Zukunft bewältigen können. Die Fallzahlen und die Schwere von Ereignissen nehmen zu – Stichworte Waldbrände und Unwetter. Aber auch die Corona-Pandemie zeigt uns auf, wie sehr und wo es bei der Digitalisierung hapert”, betonte vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner. Die gesamte Studie findet sich hier.

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