Erste eLHF präsentiert

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Die Berliner Feuerwehr hat ihr erstes eLHF erhalten. Bei der Übergabe anwesend war auch Innensenator Andreas Geisel (SPD). (Foto: BS/Feldmann)

Die Berliner Feuerwehr hat ihr erstes elektrobetriebenes Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (eLHF) vorgestellt. Sie ist die erste deutsche Berufsfeuerwehr, die solch ein Fahrzeug erprobt. Die einjährige Testphase findet auf drei Feuerwachen statt.

Diese befinden sich im Stadtzentrum innerhalb der Umweltzone. Mithilfe des eLHFs sollen Dieselruß-, Luftschadstoffe und Lärmemissionen eingespart werden. Ein weiteres Auswahlkriterium waren die Alarmzahlen der Feuerwachen. Das Fahrzeug soll im gesamten kommenden Jahr auf hoch frequentierten Wachen erprobt werden. Das Pilotprojekt soll im kommenden Jahr starten. Ende dieses Jahres werden die Feuerwehrleute geschult. Sie absolvieren unter anderem ein Fahrsicherheitstraining mit dem eLHF. Die Erkenntnisse aus den Einsätzen des neuen eLHFs werden gesammelt und analysiert. Bei erfolgreichem Projektverlauf ist ab 2022 eine deutliche Ausweitung der LHF-Flotte mit Elektro-Antrieben bei der Berliner Feuerwehr vorgesehen. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein Vorserienmodell, das nicht auf einem LKW-Fahrgestell basiert. Vielmehr ist es eine komplette Eigenentwicklung des Herstellers Rosenbauer.

Verschiedene System in der Erprobung

Zum Laden des Fahrzeugs kommen auf den Feuerwachen Schnellladesysteme zur Anwendung, die eine Ladeleistung von über 199kW ermöglichen. Getestet werden zwei Systeme. Das erste System wird direkt an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Das zweite System ist mit einem Batteriepuffer ausgestattet, der die notwendige Hausanschlussleistung auf bis zu elf kW reduzieren kann. Der elektrische Antrieb wird dabei grundsätzlich mit Ökostrom aufgeladen. Die exakte Dauer bis zur vollständigen Aufladung ist im Rahmen der Erprobung zu erheben. Schätzungsweise wird die Ladedauer 30 Minuten betragen. Die Reichweite des eLHFs beläuft sich auf mehr als 300 Kilometer und die Akkulaufzeit reinelektrisch auf etwa 60 bis 90 Minuten. Zusätzlich weist das Fahrzeug einen Reichweitenverlängerer auf. Dabei handelt es sich um einen Dieseltank mit einem Fassungsvermögen von 130 Litern. Dadurch ist das eLHF auch bei langanhaltenden Einsätzen sowie Katastrophenschutzfällen uneingeschränkt nutzbar. Denn über den “Range Extender” kann das Fahrzeug in solchen Lagen an der Einsatzstelle nachgeladen werden.

Längerer Prozess

Berlins Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen erklärte zu dem neuen Fahrzeug. “Es ist toll, dass wir als Hauptstadtfeuerwehr Vorreiter sind. Das neue Fahrzeug wird wie jedes andere LHF die täglichen Einsätze abarbeiten; nur sauberer und leiser.” Von der Idee und der Planung bis zur nun erfolgten symbolischen Schlüsselübergabe seien rund zwei Jahre vergangen. Man habe sich kein Fahrzeug von der Stange holen können. “Wir begeben uns auf neues Terrain. Wir sind auf dem Weg zur smarten Feuerwehr”, so Homrighausen weiter.

Und Innensenator Andreas Geisel (SPD) ergänzte: “Ein moderner Fuhrpark und moderne Einsatzmittel sind essentiell für unsere Feuerwehr. Die Ergänzung durch ein neues, einmaliges Elektro-LHF ist ein weiterer Schritt für eine moderne Fahrzeugflotte.” Die Berliner Feuerwehr werde damit zugleich ein Stück klima- und umweltfreundlicher. Neben der Berliner Feuerwehr erhalten noch die Wehren in Amsterdam und Dubai ein solches Fahrzeug.

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