Illegales Netzwerk zerschlagen

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Der sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Schaden durch die Sicherheitsfirmen wird auf 3,5 Millionen Euro beziffert. (Foto: BS/Timo Klostermeier, www.pixelio.de)

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Frankfurt am Main und die Steuerfahndung des Finanzamts von Frankfurt am Main haben ein Netzwerk aus Scheinfirmen aus dem Sicherheitsgewerbe zerschlagen. Die Beschuldigten sollen Sicherheitsfirmen betrieben und dazu Schwarzarbeiter eingesetzt haben.

Die Behörden beziffern den erwirtschafteten Umsatz der Firmen auf mehr als zehn Millionen Euro. Die Beschuldigten sollen zur Verschleierung der Schwarzarbeit sogenannte Abdeckrechnungen von Scheinfirmen erstellt haben. Der sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Schaden soll in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro liegen.

Bei der bundesweiten Razzia waren rund 890 Einsatzkräfte, davon 75 Steuerfahnder und mehrere Spezialeinheiten von Zoll und Polizei, beteiligt und durchsuchten über 100 Geschäftsräume und Wohnungen. Dabei konnten vorläufige Haftbefehle gegen sechs Männer vollstreckt werden.Im Zuge der Durchsuchungen vollstreckten die Beamten außerdem 14 Vermögensarreste in Höhe von insgesamt 6,4 Millionen Euro. Gegen die Beschuldigten wird aufgrund des Verdachts der Beitragsvorenthaltung und Steuerhinterziehung sowie Beihilfe dazu ermittelt. Die Ermittlungen richten sich gegen mehr als 50 Personen.

Forderung nach funktionsfähigem Register

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) begrüßt die Razzia gegen organisierte Schwarzarbeit im Sicherheitsgewerbe. Der Verband kritisiert jedoch in diesem Zusammenhang das Bewacherregister (BWR). Dies sei nach wie vor nicht funktionsfähig. “Nach den Plänen der Bundesregierung müssten seit dem 1. Juni 2019 alle rund 270.000 Beschäftigte der Branche in einem Register erfasst, geprüft und freigegeben sein”, sagte BDSW-Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Olschok. Jedoch läge die Freigabequote bei nur 65 Prozent. Bei einer Erfassung aller Sicherheitskräfte wäre eine schnelle Überprüfung jederzeit möglich.

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