Dumping bei der G36-Nachfolge?

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(Foto: C. G. Haenel)

Laut einem Bericht von „Business Insider“, der sich auf einen deren Redaktion vorliegenden VS-NfD-Bericht aus dem Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAINBw) stützt, lag die Preisdifferenz zwischen den beiden Angeboten zur G36-Nachfolge bei gerade einmal 27 Millionen Euro. „„Wesentliches Kriterium ist der günstigere Preis, bei technisch vergleichbarer Leistung“, zitiert „Business Insider“ aus dem internen Bericht. Das BAAINBw hatte am 14. September diesen Jahres das MK 556 von C. G. Haenel zum Gewinner um die Nachfolge des Standardsturmgewehres der Bundeswehr erklärt (wir berichteten). Zuletzt war neben C. G. Haenel nur noch Heckler & Koch mit den beiden Sturmgewehren HK416 und HK433 im Wettbewerb.

Laut dem Bericht aus dem BAAINBw soll die Lieferung zwischen 2021 und 2029 erfolgen. Das Angebot von C. G. Haenel lag bei 152 Millionen Euro, das von Heckler & Koch bei 179 Millionen.

(Grafik: Business Insider)

Erwartungsgemäß gibt es bereits Kritik an der Entscheidung des BAAINBw. Hauptkritik ist, dass C. G. Haenel zu einer Unternehmensgruppe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört. Ein Land, das noch die Scharia als Rechtsquelle nennt und Homosexualität mit möglicher Todesstrafe ahndet. Hinzu kommt die Kritik, dass das Angebot von C. G. Haenel eventuell gar nicht kostendeckend sei, sondern als Aushängeschild eine marktführende Position für das Unternehmen schaffen solle.

Heckler & Koch hat bereits eine 320-seitige Beschwerde eingereicht. Mehrere Bundestagsabgeordnete kritisierten ebenfalls die Entscheidung. Noch in diesem Jahr soll die 25-Mio-Vorlage für das 1. Los des System Sturmgewehr in den Haushaltsausschuss. Spätestens dann wird sich zeigen, auf welchen Füßen die vom BAAINBw anvisierte G36-Nachfolge wirklich steht.

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