Corona-Pandemie führt zu Finanzierungsdefizit von knapp 90 Mrd. Euro

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Aufgrund der Corona-Pandemie verzeichnen die Öffentlichen Haushalte sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben. (Foto: Mediamodifier, pixabay.com)

Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlichte heute Zahlen zu den Ausgaben und Einnahmen des Staates im ersten Halbjahr 2020. Demnach stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent auf 797,8 Milliarden Euro. Die Einnahmen gingen im gleichen Zeitraum erstmals seit 2012 um knapp fünf Prozent auf 709,4 Milliarden Euro zurück. Daraus ergibt sich ein Finanzierungsdefizit von 89,8 Milliarden Euro.

Im 1. Halbjahr 2019 konnten die öffentlichen Haushalte noch einen Finanzierungsüberschuss von 10,9 Milliarden Euro verzeichnen. Ab 2020 jedoch machten sich die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Haushalten deutlich bemerkbar.

Am stärksten stiegen mit einem Plus von knapp 16 Prozent die Ausgaben des Bundes, während die Einnahmen um 6,2 Prozent sanken. Daraus ergibt sich ein Finanzierungsdefizit für den Bund von 43,8 Milliarden Euro. Im Vorjahr lag das Defizit des Bundes im Vergleich dazu bei lediglich 0,2 Milliarden Euro.

Obwohl es bei den Ländern einen leichten Anstieg der Einnahmen (+0,4 Prozent) gab, führte der Zuwachs bei den Ausgaben (+15,1 Prozent) zu einem Finanzierungsdefizit von 18,5 Milliarden Euro im 1. Halbjahr 2020. Vor einem Jahr konnten die Länder hier noch einen Finanzierungsüberschuss von 12,1 Milliarden Euro verzeichnen.

Bei den Kommunen stiegen die Ausgaben um 6,2 Prozent, während die Einnahmen um 1,1 Prozent sanken. Daraus ergibt sich ein Finanzierungsdefizit von 9,7 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag das Finanzierungsdefizit bei 0,3 Milliarden Euro.

Sinkende Steuererträge und steigende Zuschüsse

Den Hauptgrund für den Rückgang der Einnahmen sehen die Statistiker in den geringeren Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum sanken diese im 1. Halbjahr 2020 um 5,2 Prozent auf 623,2 Milliarden Euro.

Bei den Ausgaben waren vor allem die gestiegenen Zuweisungen und Zuschüsse in Folge der Corona-Pandemie Hauptwachstumstreiber. Allein der Bund und seine Extrahaushalte zahlten im 1. Halbjahr 2020 rund 34,4 Milliarden mehr Zuweisungen, Zuschüsse sowie Schuldendiensthilfen als im 1. Halbjahr 2019 – darin sind Soforthilfen an Unternehmen ebenso enthalten wie Zahlungen zur Unterstützung der Krankenhäuser.

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