Digitalisierungshotspot Baden-Württemberg

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Stefan Krebs, CIO des Landes Baden-Württemberg, umreißt auf dem Kongress Baden-Württemberg 4.0 des Behörden Spiegel vor gut 200 Teilnehmern die Strategie zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. (Foto: BS/Petersdorff)

Das Portal service-bw, der Universalprozess, die Doppelstrategie, der OZG-Hub: bei Stefan Krebs, dem CIO und CDO des Landes Baden-Württemberg, stehen so einige Spielzüge auf der Taktiktafel. Das Portfolio soll dazu beitragen, die hochgesteckten Ziele des Onlinezugangsgesetzes im Land umzusetzen. Und so wurde der Universalprozess bereits auf dem diesjährigen E-Government-Wettbewerb mit dem ersten Platz in der Kategorie “Bestes Projekt zur Umsetzung des OZG 2020” gekürt. Laut Stefan Krebs die Bestätigung: Baden-Württemberg sei der Hotspot des E-Governments.

Die Corona-Krise hat keinen unerheblichen Anteil am Erfolg. Krebs sieht, neben all den Schwierigkeiten für die Verwaltung, darin auch eine große Chance zur Transformation. Zur Digitalisierung von Bürgerservices brauche es Freiheit und einfache Strukturen, so der Landes-CIO. Beides habe man in der Anfangszeit der Pandemie gehabt. So entstand im März dieses Jahres der Universalprozess. Eingebettet in die Plattform service-bw und für alle Kommunen nutzbar, ermöglichte das Verfahren, schnell Bürgerservices ins Digitale zu übertragen. Nach dem Baukastenprinzip können Kommunen aus einmal entwickelten Leistungen, Formularen und Modulen eigenständig Online-Verwaltungsleistungen zusammensetzen und anbieten. Darin enthalten ist auch die Möglichkeit zur Individualisierung der Formulare. Diese würde laut Krebs jedoch kaum eine Kommune nutzen. Eher würden fertige Prozesse einfach nachgenutzt. Aktuell wendeten bereits 120 der Kommunen (15 Prozent) in Baden-Württemberg den Universalprozess an. Einige Kommunen hätten sogar schon alle anzubietenden Leistungen, über 200 an der Zahl, digitalisiert, lobt Krebs. Dabei handele es sich zumeist um kleinere Kommunen, da dem Entwickler dort weniger Leute hereinredeten als in großen Kommunen, so Krebs. In Planung sei außerdem die Implementierung von maschinenlesbaren Webformularen, E-Payment und einer Schnittstelle zu Registern und Fachverfahren. Eine vollständige Ende-zu-Ende Digitalisierung sieht Krebs erstmalig im Jahr 2021 erreicht. Dazu trage auch die vom Land mit den Kommunalen Spitzenverbänden und den beiden IT-Dienstleistern Komm.ONE und BITBW vereinbarte Doppelstrategie bei. Dass das Land über einheitliche IT-Dienstleister verfügt, sei generell eine große Erleichterung.

Es reiche jedoch nicht, lediglich Verfahren zu entwickeln. Sie müssten auch in der Fläche verbreitet werden. Hier tritt der OZG-Hub auf den Plan. Andere Bundesländer sollen darüber eine Basis-Version von service-bw erhalten. Verfügbare Verwaltungsleistungen könnten dann mit anderen Ländern geteilt werden. Gespräche mit weiteren Ländern für die Testphase führe man bereits, so Krebs.

Der Autor des Beitrags ist Kilian Recht, er unterstütz die Behörden Spiegel Redaktion.

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