Bewerbung für rescEU-Vorhaltungen

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Mit den Lagerstandorten im Rahmen von rescEU sollen zukünftige Lieferschwierigkeiten der Vergangenheit angehören. (Foto: BS/Johanniter)

Die Hilfsorganisationen in Deutschland ziehen weitere Lehren aus der Corona-Pandemie und haben sich bei der Europäischen Union um die neuen Bevorratungsstandorte für medizinisches Equipment und Persönliche Schutzausrüstung (PSA) im Rahmen von rescEU beworben. Das Kompetenzzentrum Europäischer Katastrophenschutz der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) übernimmt die Funktion des Hauptantragstellers und koordiniert das Projekt.

Im Rahmen des Projekts sollen an mehreren Standorten in der Bundesrepublik Lager aufgebaut werden. Geplant sind neben PSA u. a. Einlagerungen von Impfstoffen, Antikörpertests und Ebola-Therapeutika. Eine Entscheidung über die Bewerbung wird bis Ende des Jahres erwartet. Nach einem positiven Bescheid entscheiden die Projektpartner über die genauen Standorte. Die Einrichtung und Bestückung könnte dann Anfang 2021 beginnen. Die Vorhaltungen werden komplett von der EU im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahren rescEU finanziert.

Das Vorhaben findet in enger Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium (BMI) statt. An der Bewerbung sind als Projektpartner das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Malteser Hilfsdienst (MHD), die Charité sowie die Bundesländer Brandenburg und Niedersachsen beteiligt. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Robert Koch-Institut (RKI) sowie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sind als unterstützende Partner tätig.

Lehren aus dem Frühjahr

Als Reaktion auf die Engpässe mit medizinischem Material im März dieses Jahres entschieden die EU-Kommission und die EU-Mitgliedstaaten, eine rescEU-Vorhaltung aufzubauen. Demnach sollen in mehreren Staaten Lagerstandorte aufgebaut und unterhalten werden. Im Ernstfall findet die Verteilung der medizinischen Güter nach einem entsprechenden Hilfeersuchen im Rahmen des Unionsverfahrens statt.

Durch die Bevorratung sollen zukünftige Mangelsituationen verhindert werden. Auf die Vorhaltungen können dann die EU-Mitgliedstaaten oder weitere Teilnehmerstaaten des Katastrophenschutzverfahrens, wie Norwegen oder Serbien, zugreifen. Aufgrund der Corona-Pandemie war es in mehreren EU-Staaten zu Lieferschwierigkeiten mit Desinfektionsmitteln, Masken oder Beatmungsgeräten gekommen.

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