Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung beim elektronischen Rezept

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Medikamente sollen bald elektronisch über die Telematik-Infrastruktur verordnet werden. Dort werden die Daten prinzipiell zur Auswertung zugänglich sein. (Foto: HeungSoon, www.pixabay.com)

Ab 2022 sollen Arznei-Rezepte elektronisch erfasst werden. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der sensiblen Informationen von Arzt zu Apotheke ist aber offenbar nicht vorgesehen. Auf den Servern der Telematik-Infrastruktur (gematik) könnten Rezepte also eingesehen werden.

Der Deutsche Apotheker Verband habe sich als Gesellschafter der gematik für eine Verschlüsselung von der Arztpraxis bis zur Apotheke ausgesprochen, sei damit aber in der Minderheit geblieben, berichtet Medical Tribune. Nun bestehe die technische Basis für eine Auswertung jeglicher Art.

Arzneien, die von Vertragsärzten bisher auf Papierrezepten (Muster 16) verschrieben werden, müssen ab 2022 elektronisch verordnet werden. Andere Verordnungen, wie z. B. für Heil- und Hilfsmittel sollen folgen. Ärzte sollen die E-Rezepte elektronisch signieren und in den “Fachdienst E-Rezept” der Telematik-Infrastruktur übertragen. Patienten erhalten einen QR-Code – entweder aufs Smartphone oder als Papierausdruck. Der Code wird in der Apotheke gescannt. Möglich ist auch eine elektronische Voranfrage bzw. Bestellung in der Wunschapotheke.

(Update 24.10.2020: Überschrift angepasst)

2 Kommentare

  1. Die Überschrift ist nicht ganz korrekt…. Es erfolgt natürlich eine Verschlüsselung, nur halt nicht End-zu-End von Arzt zu Apotheke, sondern mit der Krankenkasse quasi als Man-In-the-Middle.

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