Details aus der britischen Tempest Entwicklung

0
412
(Foto: BAE Systems)

Das zukünftige britische Kampfflugzeug nimmt langsam Gestalt an. Heute veröffentlichte das Team Tempest – bestehend aus BAE Systems, Leonardo UK, MBDA UK, Rolls-Royce und der Royal Air Force – einige Details zu den Vorhaben und dem Sachstand der Erprobung.

Folgend die wichtigsten Erkenntnisse der heutigen Veröffentlichung unterteilt nach Herstellern:

BAE-Systeme

Ingenieure von BAE Systems haben mit der Flugerprobung verschiedener Konzepte und Technologien für das „Wearable-Cockpit“ von Tempest begonnen. Beim Wearable Cockpit werden die Bedienelemente des Flugzeugcockpits durch Augmented und Virtual Reality-Displays ersetzt, die alles direkt auf das Visier des Helms projizieren. Der Vorteil liegt darin, dass sich dadurch sogar die Bedienelemente an die Mission anpassen lassen. Zudem ist ein virtueller Co-Pilot, der einen Teil der Verantwortung des Piloten übernehmen könnte, angedacht. Das Konzept des virtuellen Co-Piloten befindet sich noch in der Entwicklung, ließe sich aber zum Beispiel auch in Form eines „Avatars“ realisieren, der in das Cockpit eingebaut wird und so direkt mit dem Piloten interagiert.

Leonardo UK

Leonardo UK entwickelt für Tempest eine neue Radartechnologie, die laut Hersteller „10.000 Mal mehr Daten liefern kann als bestehende Systeme“. Der neue Sensor, das „Multi-Function Radio Frequency System“, wird demnach in nahezu Echtzeit auf dem Gefechtsfeld eine Datenmengen sammeln und verarbeiten, die dem Internetverkehr einer Großstadt wie Edinburgh entspricht. Der neue Sensor wird ein breites Spektrum an Fähigkeiten bieten, die über das herkömmliche Radar hinausgehen. Durch die Verarbeitung der riesigen Datenmengen im System und die erweiterten Funktionen ermöglicht es dem Bediener ein umfassendes Lagebild. Leonardo hat bereits komplette Subsysteme unter Verwendung dieser Technologie gebaut und am Firmenstandort in Edinburgh erfolgreich getestet, so dass in den kommenden Jahren Demonstrationen aus der Luft stattfinden können.

MBDA UK

MBDA UK hat einen seiner Human-Factors-Techniker in das BAE Systems-Team für die Wearable Cockpits integriert, um die frühzeitige Integration von Waffenkonzepten zu gewährleisten. Dieser enge partnerschaftliche Ansatz zwischen MBDA UK und BAE Systems soll es den Unternehmen ermöglichen, bereits in einem frühen Stadium des Programms zusammenzuarbeiten und zu bestimmen, wie sich die Informationen und der Betrieb der Waffensysteme für den Piloten optimieren lassen.

Rolls-Royce

Die Ingenieure von Rolls-Royce haben im Rahmen der Energie- und Antriebsarbeiten des Unternehmens ein fortschrittliches Verbrennungssystem entwickelt. Ein System der nächsten Generation muss heißer sein als jede frühere Plattform, um den Wirkungsgrad des Triebwerks zu erhöhen. Hierdurch besitzt das Flugzeug eine größere Reichweite, eine höhere Geschwindigkeit und produziert weniger Kohlendioxid. Rolls-Royce hat im Rahmen dieser Arbeiten den Einsatz fortschrittlicher Verbundwerkstoffe und die additive Fertigung erforscht, um leichte und leistungsstärkere Komponenten herzustellen, die bei diesen höheren Temperaturen weiterhin zuverlässig arbeiten.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here