Neue Kooperation gegen digitale Kriminalität

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Uwe Lührig (l.), Präsident der Polizeidirektion Göttingen, und Peter-Michael Kessow, Geschäftsführer von G4C, bei der Unterzeichnung der Vereinbarung. (Foto:BS/G4C e.V.)

Die Polizeidirektion Göttingen und das German Competence Centre against Cyber Crime e.V. (G4C) haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um gemeinsam gegen digitale Kriminalität vorzugehen. Ziel der Vereinbarung zwischen der Polizeidirektion und dem gemeinnützigen Verein ist es, den Schutz vor Straftaten im Internet oder unter Nutzung informationstechnischer Systeme zu fördern sowie IT-gestützte Ermittlungsmethoden zu entwickeln und anzuwenden. Darüber hinaus stehen Netzprävention, Forschung und Entwicklung von Maßnahmen zum präventiven Schutz sowie die Aus- und Fortbildung im Mittelpunkt der Zusammenarbeit.

Auf Grundlage der in den Räumlichkeiten der Göttinger Polizeidirektion vertraglich festgeschriebenen Kooperation soll es künftig einen gegenseitigen Informationsaustausch und Wissenstransfer insbesondere zu aktuellen Entwicklungen im jeweiligen Kompetenzfeld und zur Prävention gegen Cyberkriminalität geben. Zusätzlich sollen aber auch neue Forschungsfelder erschlossen sowie die Fach- und Methodenkenntnisse für Angehörige der Kooperationspartner erweitert werden. „Die Kooperation mit der Polizeidirektion Göttingen ist ein wertvolles Pilotprojekt für den notwendigen, weiteren Schulterschluss zwischen Behörden und Wirtschaft. Dadurch können wir den engen Austausch zu Angriffen im Cyberraum, den wir bereits mit dem Bundeskriminalamt (BKA) führen, auch auf regionaler Ebene umsetzen. Davon profitieren vor allem kleine und mittelständische Unternehmen aus der Umgebung”, erklärt Peter-Michael Kessow, Geschäftsführer des German Competence Centre against Cybercrime e. V. und kündigt an „Um auch in der Region nahe an den betreffenden Unternehmen zu sein, wird G4C in wenigen Tagen sein erstes Regionalbüro in Niedersachsen einrichten. Ziel ist, diese Art der Kooperation mit Polizeidirektionen künftig auch in weiteren Regionen einzugehen“.

Cyber Crime steigt immer weiter an

Mit der Kooperation reagiert die Polizeidirektion Göttingen u.a. auf die steigenden Fallzahlen im Bereich der Internetkriminalität: Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen sind Straftaten unter Nutzung des Internets im Jahr 2019 um 7,4 Prozent (+310 Taten) auf 4.481 Delikte angestiegen. „Die Statistiken haben im Bereich Cyber Crime nur eine begrenzte Aussagekraft“, betont Uwe Lührig, Präsindet der PD Göttingen. „Wir gehen von einem hohen Dunkelfeld aus. Ein Großteil der Straftaten im Internet wird nicht angezeigt. Zum Teil bemerken Betroffene nicht einmal, dass sie Opfer von Cyber-Kriminellen geworden sind oder scheuen sich bewusst Angriffe auf ihre Netzwerke zu melden. Gerade bei Unternehmen kommt es hierbei zu Schäden in Milliardenhöhe. Sowohl in der Strafverfolgung aber insbesondere auch in der Prävention sind wir deswegen auf professionelle und vertrauensvolle Partner und Netzwerke angewiesen und setzen zukünftig auch auf die Zusammenarbeit mit dem Verein G4C“, so Lührig abschließend.

Der Verein G4C wurde im Jahr 2013 von Vertretern aus dem Bank- und Versicherungswesen gegründet und arbeitet unter anderem bereits mit dem Bundeskriminalamt (BKA) sowie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zusammen. Ziel der Gründung war es, präventiv, ermittelnd und reaktiv gegen Cyber-Angriffe auf Unternehmen aller Größen vorzugehen. Der Verein soll dabei als Know-how-Träger, Frühwarnsystem und Initiator eines regelmäßigen Austauschs fungieren.

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