eID: Interesse wächst

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2010 eingeführt, erfreut sich der elektronische Personalausweis im Jahr 2020 unter Bürgerinnen und Bürgern immer größerer Beliebtheit. (Foto: BMI)

Vor rund zehn Jahren eingeführt, fristete die Onlinefunktion des elektronischen Personalausweises (eID) lange Zeit ein Schattendasein. Im Jahr 2020 hat das allgemeine Interesse der Bundesbürger zwar deutlich zugenommen, zum Einsatz kommt die eID derzeit aber noch zu wenig. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom.

Knapp zehn Jahre nach ihrer Einführung ist die eID im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger angekommen. Wie eine Befragung des Branchenverbandes Bitkom ermittelt hat, würden aktuell sieben von zehn Bundesbürgern – das sind 69 Prozent – die Onlinefunktion des Personalausweises nutzen, um Behördengänge auf digitalem Wege zu erledigen. Der Befund ist ortsunabhängig und gilt in den Städten ebenso wie in den ländlichen Regionen. Am aufgeschlossensten zeigen sich Jüngere im Alter von 18 bis 29 Jahren mit einer Nutzungsbereitschaft von 79 Prozent, bei den Senioren ab 65 sind es immerhin 60 Prozent. Quer durch alle Bevölkerungsgruppen gebe es eine deutliche Mehrheit, die sich für eine Nutzung der Onlinefunktion ausspreche, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Damit sei nun die Politik gefordert, entsprechende Angebote und Leistungen bereitzustellen. “Digitale Möglichkeiten müssen dafür neben den Anwendungsfeldern der Verwaltung auch in der Breite gefördert werden, um die Akzeptanz der Bürger weiter zu erhöhen. Die sichere, digitale Identifizierung für Verträge, Behördengänge oder Kontoeröffnungen muss unser neues Normal werden”, so Berg.

Trotz Potenzial eine schwere Geburt

Offiziell sollen bis Ende 2020 insgesamt 75 Millionen Exemplare des elektronischen Personalausweises ausgegeben worden sein, so Bitkom. Noch bis 2017 erfolgte die Freischaltung der Onlinefunktion aber nur auf freiwilliger Basis: ein kapitaler Fehler, wie Berg meint. “Es war ein Geburtsfehler der eID, dass sie anfangs nicht automatisch aktiviert wurde und in den Bürgerämtern teilweise sogar davon abgeraten wurde, sie zu nutzen. Es fehlte auch an Anwendungen, effektivem Marketing zu den Mehrwerten und an einer nutzerorientierten Umsetzung.”

Heute können sich Bürger bereits für einige Dienste elektronisch ausweisen. Das gilt etwa für die öffentliche Verwaltung, Bankenleistungen, Versicherungen und Angebote der Post oder Deutschen Bahn. Möglich macht es ein Ausweis-Chip, auf dem Name, Anschrift und Geburtstag gespeichert sind. Für die notwendige Sicherheit beim Datenzugriff sorgt eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Um die Nutzung der eID künftig noch attraktiver zu machen, habe der Bund bereits angekündigt, die Online-Funktion noch einfacher gestalten zu wollen, heißt es vonseiten Bitkoms. Das dürfte zumal vor dem Hintergrund der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) wichtig werden, das eine Digitalisierung der insgesamt 575 Verwaltungsdienstleistungen bis Ende 2022 vorsieht.

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