Verwaltungen wollen mit neuem Elan ins digitale Zeitalter

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Die Stadt Hamburg wurde kürzlich erst mit dem Preis “Bestes Koopera-tionsprojekt 2020” für ihre Digitalstrategie ausgezeichnet. Im Webinar erklärte der CDO der Stadt, Christian Pfromm, wie die digitale Zukunft auf den Amtsstuben aussehen kann. (Foto: Videomaxic, pixabay.com)

Corona hatte es ans Licht gebracht, die aktuelle kobaltblau-Studie validiert: deutsche Verwaltungen hinken bei der Digitalisierung nicht nur der freien Wirtschaft hinterher, sondern auch den Anforderungen der eigenen Kunden, also der Bürger.

Kein Wunder möchte man sagen, dass das kobaltblau-Webinar „Digitale Kluft: wie digital ist der öffentliche Sektor?“ in Kooperation mit dem Behördenspiegel alle Teilnahmerekorde dieses Formats des führenden Fachmediums sprengte. Gemeinsam mit dem CDO der Stadt Hamburg, Christian Pfromm, stellte Peter Will, Projektleiter der Studie bei kobaltblau, nicht nur die zentralen Ergebnisse vor, sondern zeigte auch einen gangbaren Pfad von der digitalen Strategie- und Kulturentwicklung bis zur bürgerfreundlichen digitalen Service-Organisation vor.

Die Stadt Hamburg konnte sich nicht nur aktuell über den Preis „Bestes Kooperationsprojekt 2020“ für ihre Digitalstrategie freuen, der im Rahmen des 25. Ministerialkongresses „Next Generation Government“ in Berlin verliehen wurde. Der CDIO der Stadt Hamburg, Christian Pfromm, gab im Rahmen des kobaltblau-Webinars  tiefe Einblicke aus und für die Praxis, wie es in Zukunft auf den Ämtern viel digitaler laufen kann. Seine Erkenntnis: „Die Produkte und Dienstleistungen dürfen nicht die interne Komplexität der Verwaltung widerspiegeln oder sich darauf beschränken, bisherige Abläufe unhinterfragt ins Digitale zu übertragen. Vielmehr müssen Geschäftsprozesse von Grund auf neu gedacht und digitale Technologien eingesetzt werden, um allen am Prozess Beteiligten das Leben ein Stück einfacher zu machen. Das betrifft die Beschäftigten der Verwaltung ebenso wie Verwaltungskundinnen und Verwaltungskunden. Für uns steht jedenfalls stets der Mensch im Mittelpunkt.“

Nach Aussage von 90 Prozent der in der kobaltblau-Studie befragten Verwaltungen, erhalten diese regelmäßig Bürgerbeschwerden aufgrund kundenunfreundlicher Prozesse. Sprich: Die Konzentration digitaler Innovationen sollte demnach ganz klar auf der digitalen Schnittstelle zum Bürger liegen. Alle Teilnehmer des Webinars waren sich einig, dass Corona – wenn auch ungewollt – als wichtiger Anstoß zu einer raschen und bürgerfreundlichen Digitalisierung in den Bundes- und Landesbehörden führen muss und wird.

Eine wichtige Voraussetzung dafür zeigt die kobaltblau-Studie: 80 Prozent der Behörden arbeiten zurzeit an einer Digitalstrategie und für drei Viertel der Befragten ist Digitalisierung Chefsache. Jetzt heißt es, auch die Umsetzung zügig und konsequent voranzutreiben. „Zwei Drittel der vielerorts gestarteten Initiativen zur Digitalisierung haben noch einen sehr geringen Reifegrad. Gut die Hälfte der angestoßenen Initiativen haben einen externen Fokus. Ganz wichtig ist eine deutliche Priorisierung zur Verbesserung der Schnittstelle zum Kunden, also dem Bürger“, sagt Peter Will.

Der Autor des Gastbeitrags ist Peter Will, Projektleiter bei kobaltblau.

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