HOAI: Planerorganisationen vermissen Angemessenheit

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Planungsleistungen müssen auch in Zukunft angemessen honoriert werden fordern BIngK, BAK und AHO. (Foto: Wokandapix, pixabay.com)

Der Bundesrat hat der Änderung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ohen Änderungen zugestimmt. Damit kann das Regelwerk zum Beginn des Jahres 2021 in Kraft treten. Für die Planerorganganisationen ein tragfähiges, wenn auch nicht optimales Ergebnis.

“Grundsätzlich sind wir erfreut darüber, dass die HOAI auch künftig als verlässlicher Orientierungsrahmen zur Kalkulation von Honoraren für Architekten und Ingenieure dient. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass die Verordnung die Notwendigkeit deutlicher macht, dass diese Honorare auch in Zukunft angemessen sein müssen”, sagte der neue Präsident der Bundesingenieurkammer (BIngK), Dr.-Ing. Heinrich Bökamp.

Wenigstens würde sich in der Verordnungsbegründung und in der Ermächtigungsgrundlage für die HOAI, dem Architektenleistungsgesetz (ArchLG), deutliche Hinweise finden, dass die nach der HOAI ermittelten Honorare angemessen sind. Das Vergaberecht sehe für Planungsleistungen eindeutig den Leistungswettbewerb vor. “Damit bei Vergaben nicht doch gegen diesen Grundsatz verstoßen und verstärkt auf den Preis statt auf die Qualität geachtet wird, wäre eine eindeutige Bezugnahme auch im Wortlaut der Verordnung selbst wünschenswert gewesen“, ergänzte Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer. Im Sinne der Qualität und des Verbraucherschutzes appelliert sie an die Auftraggeberseite, weiterhin angemessene Honorare zu zahlen.

Die Anpassung an das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) könne nur der erste Schritt gewesen sein. “Erforderlich und notwendig ist nun, die HOAI grundlegend zu modernisieren und dabei auch die Honorartafeln anzupassen”, fordert Dr.-Ing. Erich Rippert, Vorsitzender des Ausschusses der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V. (AHO)

Mehr zur Diskussion über die Angemessenheit der Honorarvergütung lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Behörden Spiegel auf den Seiten 12 und 13.

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