EU-Staaten wollen Hintertüren durchsetzen

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Wenn es nach dem EU-Ministerrat geht, sollen Sicherheitsbehörden bald Generalschlüssel für alle verschlüsselten Kommunikationsdienste bekommen. (Foto:weinstock, www.pixabay.com)

Medienberichten aus Österreich zufolge haben sich die Regierungen der EU-Staaten darauf verständigt, Hintertüren für die Verschlüsselung von Kommunikationsdiensten vorzuschreiben. Dienstbetreiber sollen demnach einen Generalschlüssel bei Sicherheitsbehörden hinterlegen. So sollen Organisierte Kriminalität und Terrorismus effektiver bekämpft werden können. IT-Sicherheitsexperten und Bürgerrechtler warnen schon lange vor den Folgen einer Schwächung von Verschlüsselungstechnik.

Die aktuellen Pläne gehen laut Medienberichten aus einem geheimen Entwurf einer Deklaration des EU-Ministerrates hervor. Schon Ende November könnte auf Basis dieses Papiers ein Auftrag an die EU-Kommission gehen, eine entsprechende Verordnung auszuarbeiten. Der Zugriff könnte nicht nur Strafverfolgungs- und Justizbehörden, sondern auch Nachrichtendiensten ermöglicht werden.

Die EU-Staaten ringen schon seit Jahren um Möglichkeiten, effektive Überwachungsmechanismen für sicher verschlüsselte Kommunikationskanäle zu schaffen. Optionen wie die Quellentelekommunikationsüberwachung und die jetzt geplanten Zugriffsmöglichkeiten stellen aber eine Schwächung der Kommunikation für alle Nutzer dar, warnen Kritiker. Kriminelle Hacker könnten sich obligatorische Hintertüren oder durch Behörden ausgenutzte Sicherheitslücken ebenfalls zu Nutze machen.

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