Digitalisierung der Schulen

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Ein WLAN-Pionier in Deutschland ist das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) in NRW. Es versorgt bereits heute ca. 450 Schulen mit rund 200.000 Schülern und 8.000 Lehrern. “Ein fl ächendeckendes WLAN ist eine Voraussetzung für das mobile Lernen und den fl exiblen Einsatz von Medien im Unterricht”, sagt Andreas Zboralski vom KRZN. Zum Einsatz kommen Arubas Access Points sowie die Aruba-AirWave Software für das Netzwerkmanagement. (Foto: BS/Shutterstock)

Der Nachholbedarf Deutschlands bei der Digitalisierung unserer Schulen ist deutlich. Erst kürzlich ergab eine Sonderauswertung der OECD zur PISA-Studie von 2018: Nur 33 Prozent der Schüler/-innen in Deutschland besuchten eine Schule mit einer Online Lernplattform, demgegenüber taten dies mehr als 50 Prozent in anderen OECD-Ländern. 2019 hatte die Bundesregierung deshalb den Digitalpakt verabschiedet; der Abruf der Mittel lief bislang jedoch schleppend. Aufgrund der Corona-Krise verlangsamte sich der nötige Auf- und Weiterbau digitaler Infrastrukturen zusätzlich.

Vor diesem Hintergrund lud die Kanzlerin am 22. September 2020 zum Schulgipfel ins Kanzleramt ein. Obwohl die Bundesregierung auch weitere Programme ins Leben gerufen hat, schafften es bei der Diskussion der Ergebnisse die “Laptops für Lehrer” in die Schlagzeilen. Weniger im Fokus jedoch waren die erforderlichen Infrastrukturen als Fundament der Digitalisierung. Gerade hier agieren Schulen unter besonderen Bedingungen: WLAN ist in Schulen kaum verfügbar; Zugang benötigen aber nicht nur Schüler/-innen sowie das Lehrpersonal, sondern auch Eltern oder Teilnehmer von Volkshochschulkursen. Und sie alle haben unterschiedliche Ansprüche an das Netzwerk: Eltern wollen bei ihren Terminen in der Schule “nur” mal kurz eine E-Mail checken; im Unterricht kommen aber wesentlich datenintensivere Anwendungen zum Einsatz. Manche Schulen wollen den Zugang zu Sozialen Medien im Schulnetzwerk auch komplett verbieten oder wünschen sich eine Priorisierung von Anwendungen (mit YouTube oder WhatsApp an letzter Stelle). Gleichzeitig erhöhen “bring-yourown- device”(BYOD)-Konzepte nicht nur die Komplexität, sondern erschweren auch die Absicherung der Schulnetzwerke.

Verwaltung und Wartung von Infrastrukturen an Schulen sind demnach nicht trivial; vor diesem Hintergrund hat auch die Politik mit ihrem Programm die fehlende Verfügbarkeit von Netzwerk- Technikern und IT-Spezialisten adressiert. Aber sollte die Konsequenz daraus nicht darin bestehen, nutzerfreundliche Infrastrukturen einzurichten, die den Bedarf an diesen Spezialisten reduzieren? Was Schulen – und nicht nur angesichts der Pandemie – nun vor allem brauchen, sind skalierbare und robuste WLAN-Infrastrukturen, die zuverlässig und auch bei Auslastungsspitzen einen störungsfreien Unterricht ermöglichen. Angesichts der begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen sollten diese Infrastrukturen zentral und leicht zu administrieren sein.

Um für die verschiedenen Zielgruppen Netzwerk-Zugänge zu schaffen und gleichzeitig Einfallstore für Cyber- Angriffe verschlossen zu halten, muss zudem das Thema Sicherheit ganzheitlich mitgedacht werden: In Zeiten von BYOD und Internet der Dinge müssen sie in der Lage sein, rollenbasiert verschiedene Nutzergruppen und unterschiedlichste Geräte vom Tablet bis hin zu Gebäudetechnik ins Netzwerk einzubinden. Wer wann mit welchem Gerät ins Netz kommt und welche Anwendungen gegebenenfalls auszuschließen sind: Das sollten die Schulen entscheiden. Dafür brauchen sie WLANs, die nach Benutzern und Zugriffsnetzen getrennt sind. Außerdem müssen Infrastrukturen ebenso wie die Endgeräte selbst natürlich den Schutz sensibler Daten entsprechend den geltenden Regelungen garantieren. Hier sind Netzwerkanbieter wie Aruba, ein Unternehmen der Hewlett Packard Enterprise, vorzuziehen, deren Technologien nach dem Prinzip “Traue niemandem” (Zero Trust Se – curity) entwickelt sind. In einem ersten Schritt robuste, fl exible, sichere und einfach verwaltbare Netzwerke zu schaffen, hat demnach Vorteile für alle Beteiligten: Schulen können digitale Lernangebote (ob im Präsenz- Unterricht oder von zu Hause aus) machen, Lehrer und Schüler haben einen sicheren Zugriff auf Daten und Systeme auch von zu Hause aus. Wer moderne pädagogische Konzepte mit Datensicherheit und einem optimalen Nutzererlebnis, das alle Beteiligten längst aus ihrem Alltag gewohnt sind, kombinieren will, muss erst in die entsprechende Infrastruktur investieren. Das ist zwar kein Medien-Highlight, sorgt aber vielleicht zukünftig wieder für positive Schlagzeilen im Kontext der PISA-Studie.

Die Autorin des Gastbeitrags ist Katja Herzog ist Manager Public Sector Germany bei HPE Aruba.

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