Länderübergreifendes OZG-Bündnis

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Gemeinsam sind wir stark. Nach diesem Motto gehen die drei Bundesländer bei der Digitalisierung im Allgemeinen und der OZG-Umsetzung im Speziellen vor. (Foto: geralt, pixabay.com)

Unter dem Titel “OZG-Verbund Mitte” haben das Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz ein neues Digitalisierungsbündnis gegründet. Bei einem Treffen der CIOs (Chief Information Officer) der drei Länder wurde der Zusammenschluss mit dem Ziel vereinbart, künftig bei der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen verstärkt zu kooperieren. Zur Umsetzung setzen die Länder auf die zentrale Plattform Civento, die sie als technisch leistungsstark und damit der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes angemessen sehen. In den Ländern wird die Plattform jeweils unter einer Marke mit einem entsprechenden Wiedererkennungswert gestartet.

Gemeinsame Plattform geplant

Wurden bislang für einzelne Verwaltungsleistungen jeweils separate Verfahren mit unterschiedlichen technischen Lösungen entwickelt, so wird diese Architektur im Rahmen einer länderübergreifenden Plattformstrategie nun komplett neu aufgestellt. So soll die gemeinsame Digitalisierungsplattform zukünftig den zentralen Dreh- und Angelpunkt für alle digitalen Projekte und Planungen bilden. Auf diese Weise sollen die bereits bestehenden IT-Services für Bürger und Wirtschaft sukzessive zusammengeführt und durch eine standardisierte, einheitliche Prozessunterstützung ersetzt werden. Ein entscheidender Bestandteil zur Umsetzung der Plattformstrategie ist laut eines gemeinsames Statements der drei Länder die Tatsache, dass die erforderliche Modellierung von Verwaltungsprozessen bei Gesetzesänderungen nicht mehr durch IT-Spezialisten neu programmiert werden muss, sondern durch versierte Verwaltungsmitarbeiter mittels intuitiver Konfigurationsmöglichkeiten weitgehend eigenständig umgesetzt werden könne.

“Für eine erfolgreiche Digitalisierung bedarf es dreier Dinge: einer klugen Strategie, starker Partner und leistungsfähiger Tools”, erklärt Ammar Alkassar, Bevollmächtigter des Saarlandes für Innovation und Strategie und CIO der saarländischen Landesregierung, zum Start der Zusammenarbeit. “Mit unserer konsequenten, länderübergreifenden Plattformstrategie leiten wir einen radikalen Wandel in der IT der Landesverwaltung ein und stellen die Weichen für die Zukunft.”

Weg von den Basisdiensten

Die staatlichen und privaten Anbieter für die Verwaltungs-IT sollen sich in der Folge auf Spezialaufgaben und Erweiterungspakete konzentrieren können, statt immer wieder aufs Neue Basisdienste entwickeln zu müssen. “In Zeiten knapper IT-Fachkräfte ist dies eine wegweisende und volkswirtschaftlich kluge Entscheidung, um die Verwaltung auch zukünftig mit modernen und bedarfsgerechten digitalen Lösungen ohne Doppelentwicklungen zu versorgen”, führt Staatssekretär Randolf Stich aus Rheinland-Pfalz aus.

Starkes Netzwerk

Bei ihrem gemeinsamen Schritt in die Zukunft haben sich die Mitglieder des OZG-Verbund Mitte erfahrene und schlagkräftige Partner an ihre Seite geholt, mit denen Verwaltungsleistungen arbeitsteilig erstellt und wechselseitig zur Verfügung gestellt werden können. Die gemeinsam beschaffte Digitalisierungsplattform der ekom21, für die das Saarland und Rheinland-Pfalz kürzlich den Zuschlag im Rahmen eines europaweiten Ausschreibungsverfahren erteilen konnten (Hessen hat die Plattform bereits beschafft), stellt eine ausgereifte und leistungsfähige technische Grundlage für die Antrags- und Prozessplattform dar, die mit vereinter Kraft zur innovativsten E-Government-Basisplattform Deutschlands ausgebaut werden soll.

“Ich bin mir sicher, mit diesem weiteren Innovationsschritt und durch die Kooperation in einem größeren Verbund sowie insbesondere mit dem ganz aktuell in der Corona-Pandemie gezeigten hohen Engagement der Verwaltungsmitarbeiter in Land und Kommunen wird es uns gelingen, unsere Bundesländer an eine Spitzenposition im Bereich der Digitalisierung zu führen. Dabei sind wir als OZG-Verbund Mitte offen für weitere Kooperationspartner, um gemeinsam voranzugehen”, so Patrick Burghardt, CIO des Landes Hessen und Digitalstaatssekretär, abschließend.


Die Digitalisierungsaktivitäten in Rheinland-Pfalz sind auch Thema des Online-Kongresses “Digitale Verwaltung RLP”, den der Behörden Spiegel am 24. November veranstaltet. RLP-CIO Randolf Stich ist erneut  Schirmherr des Kongresses und wird im Rahmen der Veranstaltung u.a. über die OZG-Umsetzung des Landes sprechen.

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