Neuer bewaffneter Konflikt in Afrika

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Ein zerstörter äthiopischer Kampfpanzer vom sowjetischen Typ T-55. (Foto: D-Stanley, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Als hätte der Schwarze Kontinent nicht schon genügend Probleme, tobt nun auch noch ein bewaffneter Konflikt um die Region Tigray im Norden Äthiopiens. Dort stehen sich Truppen der Zentralregierung und Einheiten der in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF gegenüber. Wie jetzt bekannt wurde, soll die TPLF Asmara, die Hauptstadt des Nachbarlands Eritrea, mit Raketen beschossen haben. Hunderte Menschen sind bereits in den Sudan geflohen.

Die Volksgruppe der Tigray bzw. Tigrinya stellen zwar nur sechs Prozent der äthiopischen Bevölkerung, aber rund die Hälfte der Einwohner Eritreas. Bis zum Friedensvertrag zwischen Äthiopien und Eritrea war das Grenzgebiet des Yirga-Dreiecks zwischen beiden Staaten, zu dem auch die Region Tigray gehört, umstritten. Nach seiner Machtübernahme in Addis Abeba als neuer Ministerpräsident schloss Abiy Ahmed 2018 einen Friedensvertrag mit Eritrea und reduzierte den Einfluss der bis dahin landesweit dominierenden TPLF auf deren Heimatregion Tigray.

Und Deutschland? In den Rüstungsexportberichten 2018 und 2019 des BMWi taucht zwar Äthiopien als Empfänger von Geländewagen mit Sonderschutz im Gesamtwert von rd. einer Million Euro auf. Wie der Behörden Spiegel auf Nachfrage vom BMWi erfahren hat, soll es sich dabei jedoch um Fahrzeuge für die deutsche Botschaft und nicht für die äthiopischen Streitkräfte handeln. Auch in solchen Fällen müssten deutsche Hersteller Ausfuhrgenehmigungen beim BMWi einholen. Darüber hinaus erhielt Äthiopien in den Jahren 2018 und 2019 laut BMZ deutsche staatliche Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im Wert von 371,1 Millionen Euro.

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